Jeans-Sew-Along: Nähen

Juhu, endlich nähen! Nachdem ihr euch euren Schnitt ausgesucht habt, euch für einen Stoff entschieden habt und letzte Woche dann zugeschnitten habt, geht es endlich, endlich ans Nähen! Und das ist schließlich der Part, der am meisten Spaß macht (jedenfalls mir ;))!

Solltet ihr im Übrigen erschrocken sein, weil so viele Teile vor euch liegen: Die finden alle ihren Platz! Und das schneller, als man anfangs erwartet.

 

Habt ihr euch schon entschieden, ob ihr den Dreifachstich nutzen wollt oder nehmt ihr dickeres Garn zum absteppen? Im Bild oben seht ihr im Übrigen den Dreifach-Geradstich.
Wie schon erwähnt, nähe ich die Jeans Ginger von Closet Case Files. Ich nähe also auch den Reißverschluss so ein, wie im Schnittmuster angegeben ist. Das kann bei euch auch ein wenig anders ausschauen, je nachdem welches Schnittmuster ihr habt. Und der Stoff ist vom Stoffmarkt und hat tatsächlich zwei unterschiedlich farbige Seiten.
Hier aber noch meine Schnittmuster-unabhängigen Tipps zum nähen einer Jeans:
– Solltet ihr beim nähen an irgendeinem Punkt nicht mehr weiterkommen, dann nehmt euch eine gekaufte Jeans und schaut euch diese genau an. Manchmal fallen einem nämlich die Schuppen von den Augen, wenn man es im fertigen Zustand sieht und weiß, wie der Schnittmusterdesigner das gemeint hat! Bei meiner ersten Jeans hatte ich immer eine Kaufjeans neben mir liegen, wobei ich ja auch nur eine sehr knappe Anleitung dazu hatte. Da war das sehr hilfreich!
– Wenn ihr an dickere Stellen kommt, weil einfach mehrere Stofflagen übereinanderliegen: Näht langsam! Gerade auch wenn es daran geht, den Bund anzunähen und ihr in die Nähe des Reißverschlusses kommt. Lieber mal das Handrad einsetzen wie die Nadel tauschen 🙂
– Ihr habt beim Zuschnitt die Hosengröße ja schon grob mit einer alten Jeans überprüft. Jedoch solltet ihr trotz allem nach dem fertigstellen der Innenbeinnaht die Außenbeinnaht nur heften, also mit einer langen Stichlänge an der Nahtzugabe zusammennähen. Das probiert ihr dann an und schaut, ob die Hose passt, ob sie eventuell noch zu weit oder vielleicht sogar zu eng geworden ist? Diesen Schritt mache ich jedes Mal und zum Glück! Denn bei dieser Ginger ist der Jeansstoff doch etwas fester und ich habe noch das Maximum aus der Nahtzugabe rausholen müssen. Jetzt passt sie aber wunderbar! Und genau da ist auch das Problem: Jeder Jeansstoff verhält sich etwas anders und da könnt ihr noch reagieren, ohne das viel kaputt ist, denn die Heftnaht ist sofort wieder aufgetrennt. Wenn alles perfekt passt, müsst ihr eure Naht dann wenigstens nicht mehr abstecken, sondern näht mit eurem normalen Stich darüber.
–  Bei manchen Nähfüßchen gibt es hinten so einen schwarzen Schieber. Lange wusste ich nicht, wozu der gut sein soll. Wenn ihr diesen aber feststeckt, fixiert ihr das Nähfüßchen aber gerade für die nächsten paar Stiche und das ist gerade bei dicken/unebenen Stellen super!
Ja und dann gibt es noch die typische Jeansnaht: Die Kappnaht. Ich habe versucht, euch diese in ein paar Bilder zu verdeutlichen. Die Kappnaht verwendet ihr bei folgenden Nähten: Innenbeinnaht, Die Naht mit dem ihr die beiden vorderen Beine verbindet, die Naht mit der ihr die hinteren Beine verbindet und die Sattelnaht.
1.) Ihr näht die Naht auf der schönen Seite mit mind. 1cm Nahtzugabe  (hier im Beispiel die Innenbeinnaht).
2.) Ihr kürzt eine Seite auf ca. die Hälfte zurück. Bei der Innenbeinnaht ist es die vordere Seite.
3.) Ihr klappt die längere Seite nun über die kurze einmal um, so das die offenen Kanten versteckt sind.
4.) Nun näht ihr die offene Kante zu und fertig ist eure Kappnaht!
Meine Jeans ist ja endlich fast fertig. Nur noch ein paar letzte Nähte und dann geht es schon an das Thema Veränderungsmöglichkeiten!

 

Wie lief das Nähen bei euch? Tauchen da Fragen auf? Oder habt ihr noch Fragen allgemeiner Art? Dann immer her damit!

Viele Grüße,

So, ich bin gespannt auf eure Ergebnisse! Oder eure Erfahrungen? Das Link-Tool ist wie immer bis nächste Woche Samstag-Nacht geöffnet.

 

 

19 Gedanken zu „Jeans-Sew-Along: Nähen

  1. Liebe Regina,
    so habe ich es auch schon bei einigen Jeans gemacht, aber ich wollte mal die angeblich originale Variante probieren 🙂 Learning by doing und so… Ja, das langsam nähen garantiert halt gleich eine viel ordentlichere Naht!
    Liebe Grüße,
    Marina

  2. Liebe Katrin,
    hm, der Reißverschluss war nur beim ersten Mal ein Schreckensthema, inzwischen aber tatsächlich nicht mehr. Die Anleitung bei der Ginger zum Beispiel ist super, man muss es nur einfach Schritt für Schritt machen. Jetzt kann ich euch natürlich nicht die Erklärung der Ginger hier zeigen, aber ich denke, du kriegst das auch hin! Wie gesagt, einfach Schritt für Schritt machen. Und wenn du gar nicht weiter kommst, nimmst du dir eine fertige Jeans mit Reißverschluss 🙂 Das hilft dann meistens gleich weiter!
    Liebe Grüße,
    Marina

  3. Bei mir wird es diese Woche wohl leider nichts mehr mit dem Nähen, denn mein Stoff ist auf Umwegen und immer noch nicht bei mir angekommen 🙁
    Aber so habe ich wenigstens deine toll zusammengetragenen und erklärten Infos schonmal gelesen.
    Danke dafür!
    Liebe Grüße
    Jule

  4. Ich hinke, hinke, hinke…und das, obwohl ich ja jetzt einfach flott weg nähen könnte. Aber hier ist bis zum kommenden Wochenende so viel Trubel, dass ich nicht mal für meinen eigenen Sew Along was schaffe! **GRUMMEL***
    Du machst das hier auf jeden Fall ganz toll und ich freue mich, so viel in Sachen Jeans-Nähen dazu zu lernen!
    Liebe Grüße,
    Jenny

  5. Tatsächlich glaube ich, habe ich mal im Handarbeitsunterricht genau sowas gelernt, wie Du es zeigst. Ich mache es mir jedoch ziemlich einfach mit der Kappnaht: Die normale Rechts-auf-rechts-Naht wird auf einer Seite neben der Naht mit Zwillingsnadel 6mm und Knopflochgarn abgesteppt. Das ist dann alles. Für den Unterfaden nehme ich einfaches Nähgarn. Und ganz wichtig ist, langsam zu nähen. Regina

  6. Hallo Marina, die Bilder zur Kappnaht sind super. Ich hatte in den letzten Wochen schon ständig meine Kaufjeans untersucht, war mir aber nicht sicher, ob ich die Technik richtig erkenne. Jetzt bin ich's. Danke!
    Liebe Grüße
    Meike

  7. Liebe Marina, die Kappnaht ist auch noch ein "Ding", an das ich mich nicht getraut habe. Aber mit Deiner guten Erklärung sollte es wohl beim nächsten Mal klappen. Danke, dass Du so viel Arbeit in das Projekt steckst, um uns zu unterstützen.
    Liebe Grüße, Frilufa

  8. Liebe Marina,
    ich schließe mich Julia an, danke für die Erklärung der Kappnaht. Ich hatte das ganz anders im Kopf ^^ Ich bin sehr gespannt auf nächste Woche und deine weiteren Ideen, bisher habe ich schon einiges dazu gelernt 🙂
    Liebe Grüße
    Caroline

  9. Liebe Marina,
    danke für die Tipps! Das mit der Kappnaht habe ich jetzt auch verstanden… 😉 Leider warte ich noch auf mein Paket von Stoffe.de mit dem Stoff… Daher hoffe ich, sobald das da ist ein wenig aufholen zu können!
    Liebe Grüße Julia

  10. Guten Morgen Marina,
    gleich musste ich heute Morgen mal nachschauen, was du so alles an Tipps für uns zum Thema NÄHEN hast.
    Das mit der Kappnaht werde ich auf alle Fälle probieren und wie es sonst noch bei mir und meiner Jeans weiter geht werde ich berichten.
    Jedenfalls finde ich es nach wie vor super von dir, denn somit werde ich hoffentlich meine erste selbstgenähte Jeans fertig stellen.
    Ich wünsche dir noch einen tollen Sonntag.
    Liebe Grüße
    Martina

  11. Angefangen hab ich immer noch nicht so wirklich, hab nun mal eine Gewebeeinlage für die Verstärkung des Bundes gekauft. Kannst du nicht nächste Woche mal einen ausführlichen Post zum RV zeigen? Das ist meine Schwachstelle und daher drücke ich mich ständig darum 🙁 Bis zum Bund finde ich eine Jeans immer ratzfatz genäht, dann stockt es bei mir immer ein wenig. Mal sehen, ob ich heute was dran genäht bekomme. Ich glaube, ich fange nun doch mit der Jalie an und nicht mit der Girlfriend. Am Dienstag kommen meine Nähmädels, dann nähe ich die Girlfriend.

    LG Katrin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.