Rock und Shirt

Heute heißt es endlich wieder #selfishsewing, also ganz egoistisch für mich nähen. Und das auch gleich im Doppelpack. Shirt und Rock, beides selbstgenäht und doch beides von manomama. Wieso, weshalb, warum erzähle ich euch gleich.

Zuerst muss ich aber sagen, das ich kurz davor war, dieses Outfit nicht zu veröffentlichen. Ich hatte den Rock kurz vor einem Treffen in der Innenstadt noch schnell fertiggemacht. Der Saum musste noch hochgenäht werden, die Knopflöcher geöffnet und die Knöpfe eingeschlagen werden. Kurz vor knapp wurde ich fertig, nicht zuletzt weil ein Knopf beim einschlagen den Kopf verloren hat… 

Das kombinieren des Rocks war für mich gar kein Problem, hatte ich schließlich seit Beginn des Nähprojekts dieses Outfit fertig im Kopf. Im heimischen Spiegel fand ich es auch noch ganz klasse, jedoch fand ich das beim Bilder sichten dann plötzlich gar nicht mehr… Was mein Problem war? Meine Beine! Mit den Chucks hatte ich mir so gar keinen Gefallen getan: sie verdecken die dünnste Stelle an den Beinen und sorgen dafür, das mein Bein insgesamt dicker wirkt. Das habe ich mal so bei der Modeflüsterin gelernt. Und nachdem grad der Sport außer ein wenig Gymnastik noch nicht wieder Einzug gehalten hat… 

Dann habe ich die Bilder laut vor mich hinkommentiert bis der Mann in den Bildschirm sah und mich fragte, was eigentlich mein Problem ist. Und ja, es gibt Bilder, auf denen ich mir besser gefalle. Und ja, ich habe kurz überlegt, ob  ich mir mit der Länge des Rockes einen Gefallen getan habe. Aber auch ja: So sehe ich nun mal aus und ich habe mir im Spiegel so gut darin gefallen! Bilder können manchmal schmeicheln, manchmal aber auch, vor allen Dingen für das eigene Auge grausam sein. Oder weniger hart: deprimierend. Und doch sind sie nur eine Momentaufnahme.

Also habe ich beschlossen, einfach ehrlich zu mir zu sein: Werde ich das Outfit so wieder tragen? Bis auf die Kombi mit den Schuhen bestimmt! Also kommt es auch so auf den Blog. 

Nun aber zu den eigentlichen Fakten: 
Hier ist es nun endlich, das Plantain Tee. Das ist ein Freebook von Deer&Doe und das T-Shirt sieht den Schrank nie lange von innen, wie ihr bestimmt auch schon bei meinen täglichen #ootd, also Outfit of the Day, festgestellt habt. Obwohl ich es tatsächlich nach Maßtabelle zwei Größen größer als normal nähen musste. Das disqualifiziert ja im Normalfall sofort 😀 
Der Rock Leonora ist ein Schnitt von Seamwork, dem online Nähmagazin. Dieses erscheint monatlich, jeweils mit zwei neuen Schnitten. Ich habe es schon so lange abonniert, aber schon ewig nichts mehr danach genäht. Bei dem Rock war mir aber gleich klar, das der genäht wird. Nur die aufgesetzten Taschen gefallen mir nicht so, jedoch fehlen hier jetzt eindeutig Taschen… Vielleicht kommen die doch noch nachträglich hin. Ähnliche Rockschnitte gibt es auf dem deutschen Markt aber auch, spontan fallen mir hier kibadoo und rapantinchen ein. 
Die Stoffe sind aus einem Restepaket von manomama, dem Label aus Augsburg mit fairer, regional hergestellter Mode. Gerade beim Jeansstoff war ich mir jedoch unsicher, ob ich den je verwenden werde, da er zu kurz für eine Hose für mich war. Aber für diesen Rock hat es perfekt genügt, es war kein Fitzelchen übrig. 
Also ein Outfit, komplett von manomama, obwohl es selbstgenäht ist 😉 Passend dazu entstanden die Bilder auch in der Augsburger Altstadt.

Das Outfit darf natürlich auch zu den #12coloursofhandmadefashion, denn es deckt ja direkt zwei Monate ab. Die tolle Aktion von Selmin läuft schon seit Januar und endlich kann ich dabeisein und das bei meiner Lieblingsfarbe Blau!

Oben könnt ihr auch mal den Mini-Metterlink mit Hut sehen. Der wollte nämlich nicht mehr nur zusehen, sondern lieber dabei sein. Gut das wir eh nur noch ein Bild von der Rückseite wollten!

Viele Grüße,

Stoff: Restepaket manomama
Schnitte: Freebook PlantainTee von Deer&Doe, Rock “Leonora” von Seamwork

7 Gedanken zu „Rock und Shirt

  1. Ich bin ja auch immer voll auf dem Kaschier-Zug. Aber eigentlich ist das total doof und unnötig, da alle diese Tricks nur dazu dienen, Körper, die nicht der Norm entsprechen, derselben anzunähern. Ich habe diesen Oberarm-Komplex. Heute zeige ich meine Oberarme zum ersten Mal auf dem Blog. So richtig, ohne Anschnitt und Photoshop. Fiel mir auch nicht gerade leicht. Insofern: I feel you. ABER: Bei dir sah ich zuerst den tollen Rock, die Möglichkeit, so was auch für mich zu nähen. Und nicht die Chucks, die die Fesseln verdecken. Oder die muskulös geschwungenen Beine einer Frau, die 46/48 trägt. Ehrlich nicht. Und genau das ist unser beider Problem. Wir vermuten zu wissen, was andere denken – und liegen voll daneben.

  2. Liebe Marina,
    erstmal Hut ab, dass du überhaupt schon nähst… 🙂 Ich finde das Outfit steht dir und die Schuhe kannst du ja beim nächsten Mal einfach wechseln, wenn du dich dann wohler fühlst! Röcke mit Knopfleiste tauchen ja immer mehr auf in der Nähcommunity. Ich habe etwas gebaruacht damit warm zu werden, aber deine Version gefällt mir echt gut.
    Liebe Grüße
    Julia

  3. Mach doch mal ein Foto mit schwarzem Gürtel. Und eins mit T-shirt aussen. Vielleicht gefällt es Dir dann schon besser. Ich find Dein Outfit super und immer nur drauf achten wie Deine Figur wirkt braucht kein Mensch. Ausserdem schaut NIEMAND auf Dein Outfit wenn Du den Babyboy aufm Arm hast!
    LG
    Martina

  4. Liebe Marina, hab ich ehrlich gesagt vermisst. Deine handmade Sachen und Geschichten. Wir sind uns selbst immer die härtesten Kritiker. Ich finde den Rock toll an dir. Chucks sind nicht immer vorteilhaft, das stimmt, aber überleg mal, du trägst dein Baby auf dem Arm. Dein Körper hat vor kurzem erst dieses Wunderwerk zur Welt gebracht. Die Zeit für den Sport kommt schon wieder, keine Sorge. Dass du überhaupt schon wieder Zeit zum Nähen hast finde ich schon bemerkenswert. Fazit: Du siehst toll aus. Das hast du genau richtig im Spiegel gesehen.

  5. Ich finde den Rock total hammer! Mit dem weißen Shirt ist es das perfekte, leger-chice Outfit 😉 Und das Plaintain Tee nähe ich auch gerne, ein weißes fehlt mir noch.
    Außerdem siehst du klasse aus auf den Fotos 🙂 Und wenn du merkst, dass dir das Outfit mit den Schuhen nicht so gut gefällt, dann gibt's nächstes Mal eben Sandalen oder so dazu! 😉
    Liebste Grüße, Fredi

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