Schnitte kleben oder plotten? Was mache ich, wenn ich keine A0-Datei habe?

Es gibt ja unterschiedliche Arten an Schnittmustern:

– Papierschnitte

– Zeitschriften

– E-Books

Jeder Weg hat seine Vorteile aber auch Nachteile und jeder hat wohl so seine eigenen Präferenzen. Bei den Papierschnitten und Zeitschriften muss ich den Schnitt erst abpausen, bevor ich nähen kann. Und je nach Zeitschrift kann das auch mal sehr verwirrend sein!

E-Books muss man erst mal kleben. Man druckt die PDF-Dateien ja daheim auf dem Drucker auf A4-Papier aus und daraus muss ja ein ganzes Oberteil, Hose, … werden. Also müssen die Blätter, ähnlich wie bei einem Star-Schnitt früher, mit Überlappung aneinander geklebt werden. Das ist wohl die unbeliebteste Arbeit beim Nähen, jedenfalls ist das bei mir so. Nun gibt es aber eine richtige Welle in der Nähblogger-Welt: Schnitte im A0-Format, die von einer Online- oder Offline-Druckerei ausgedruckt werden können und das lästige Kleben gespart werden kann. Und auf diese Möglichkeit möchte ich heute näher eingehen. Zum einen möchte ich euch einen Weg aufzeigen, wie ihr selber eine A0-Datei aus einem A4-Schnitt machen könnt und euch zum Anderen auch ein paar Empfehlungen für Druckereien geben.

Diese A0-Datei muss aber beim gekauften Schnittmuster dabei sein, ansonsten funktioniert der Weg leider nicht. Oder doch?

Bei meiner Recherche zu diesen geplotteten E-Books bin ich auf das Programm von Selbst ist die Marrus gestoßen, das aus A4-Dateien eine A0-Datei macht. Klasse, oder? Ein wenig basteln muss man leider schon, also die genauen Überlappungen eingeben. Am Ende habt ihr aber eine Datei, die ihr so entweder digital versenden könnt oder im Copy-Shop vor Ort drucken lassen könnt.

Gerade bei kleinteiligen oder sehr großen Schnitten eignet sich das sehr gut. So habe ich das Programm genutzt, um aus dem Wind- und Wetter-Parka einen A0-Plot zu erstellen. Das hat super funktioniert! Ich bekam zwei A0-Bögen, die ich in einer Online-Druckerei bestellte und aus denen ich nur noch meine Größe ausschneiden musste und dann konnte es schon an den weiteren Zuschnitt gehen. Und obwohl ich das Ganze online in Auftrag gegeben habe, hatte ich die Bögen bereits am übernächsten Tag im Briefkasten. Also wenn ihr wisst, das ihr eh erst am Wochenende oder ein paar Tage später zum Nähen kommt, die perfekte Möglichkeit. Natürlich kostet der Plott eine Kleinigkeit, das finde ich jedoch nicht so wahnsinnig viel und im Normalfall verbraucht ihr ja auch Papier, Druckerpatrone, Tesa und viel Zeit. Und ich vermeide es hochzurechnen auf welche Summe man da kommt, denn jedes Schnittmuster werde ich auch nicht plotten lassen und vermiesen lassen will ich es auch mir auch nicht 🙂 Und die Anleitung muss ich im Zweifel ja trotzdem zu Hause drucken, außer ich nähe mit einer digitalen Anleitung.

Leider hat das Programm auch mir schon Grenzen aufgezeigt: Wenn das PDF im Querformat angelegt ist funktioniert es leider nicht, da dann hier die Blätterdrehung nicht mehr stimmt. Da wird das Schnittmuster dann an den falschen Seiten zusammengesetzt. Aber auch für diesen Fall gibt es Hilfe, wenn auch diese etwas kostet: Bei Schnittherzchen könnt ihr euer Schnittmuster nämlich ebenfalls umrechnen lassen und das auch, wenn das Ebook im Querformat angelegt ist. Dies kostet, wie bereits erwähnt, aber etwas, ihr könnt euren Schnitt aber dort auch direkt drucken lassen.

Aber wo könnt ihr außerdem jetzt eure Dateien drucken lassen, die entweder beim Schnitt schon dabei war oder die ihr euch mit dem oben genannten Programm erstellt habt? Online oder doch lieber vor Ort im Copyshop?

Tatsächlich habe ich bisher nur von Wucherpreisen beim Copyshop vor Ort gelesen. Im Zweifel empfehle ich euch aber auf jeden Fall mal nachzufragen! Denn ein Vorteil liegt klar auf der Hand: Es fehlt der Versandweg und damit habt ihr den Plott auf jeden Fall schneller in der Hand, auch wenn die Online-Druckereien meist auch sehr flott sind.

Online-Druckereien gibt es auch vielfältige, auch mit sehr unterschiedlichen Preisgefügen. Eine kleine Umfrage unter den Näh-Connection-Botschaftern, die ich hier verwenden darf, brachte folgende Favoriten zum Vorschein:

Sindy, Ivonne, Annika, Dominique, Johanna und ich haben gute Erfahrungen mit dieplotterei.de gemacht, Änni kann guenstigplotten.de empfehlen. Chrissi lässt ihre Schnittmuster immer bei preiswertplotten.de drucken und Katie und Vivien sind mit repro-online.de sehr zufrieden.

Dies sind aber nur unsere persönliche Erfahrungen, es kann gut sein das hier andere tolle Online-Druckereien noch fehlen oder es eine darunter gibt, die wirklich am allergünstigsten ist. Diesen Vergleich überlasse ich euch, da es hier ja immer wieder Veränderungen geben kann. Aber ihr seht, es gibt gute Quellen für geplottete Schnittmuster! Bei den meisten Anbietern rentiert es sich natürlich gleich mehrere Plotts zu machen um die Versandkosten nicht jedes Mal zahlen zu müssen, aber das geht uns ja auch beim Stoffe bestellen so…

Ich hoffe ich konnte euch ein klein wenig weiterhelfen und solltet ihr noch Fragen haben, werde ich gerne versuchen diese zu beantworten!

Viele Grüße,
Marina

2 Gedanken zu „Schnitte kleben oder plotten? Was mache ich, wenn ich keine A0-Datei habe?

  1. Vielen Dank für diesen Beitrag. Ich habe auch schon einige Schnitte plotten lassen, aber nur aktuelle. Heute gibt es A0 ja fast immer dazu. Sich selber A0 zu produzieren hatte ich vorher noch nie gehört. Danke für den Tipp. LG Kirsten

  2. Vielen Dank für diesen Beitrag. Ich habe auch schon einige Schnitte plotten lassen, aber nur aktuelle. Heute gibt es A0 ja fast immer dazu. Sich selber A0 zu produzieren hatte ich vorher noch nie gehört. Danke für den Tipp. LG Kirsten

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