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Die Jeans Woche – Boyfriend Jeans

Ich läute heute die Jeans Woche ein! Diese Woche gibt es hier nur Jeans-Hosen zu sehen und das fängt heute an und hört nach dieser Woche nicht auf. Denn am Sonntag startet hier ein Jeans-Sew-Along! Und ich würde mich sehr freuen, wenn ihr dabei seid! 

Hier schon einmal der Zeitplan bevor ich näher auf diese Hose eingehe:
Seid ihr dabei? Und als kleiner Tipp: Solltet ihr noch keinen Jeans-Schnitt haben, aber gerne mitnähen, dann wartet doch den Sonntag gerne ab!

Und jetzt endlich zur Hose! Das ist meine Boyfriend-Jeans, nach dem Schnitt von Leni Pepunkt. Bis Sonntag gibt es auf den Schnitt übrigens auch 30% Rabatt. Ich mag ja diese lässigen Hosen und der Schnitt hat mich nicht enttäuscht! Auch wenn ich wieder mal feststellen musste, dass meine Waden einfach keine Durchschnitts-Weite haben. Also sie liegen weit darüber!

Deshalb könnt ihr hier an der Rückenansicht auch sehen, dass es an den Waden relativ eng ist. Aber das ist für euch kein Problem mehr, denn die Wadel-Maße (sorry, auf hochdeutsch: Waden-Maße) sind jetzt auch enthalten. Dafür ist ja ein Probenähen auch da, um auf die unterschiedlichen Bedürfnisse eingehen zu können.


Ich bin auch beim Jeans-Bund auf meine eigenen Bedürfnisse eingegangen und habe diesen doppelt so hoch genäht. Ansonsten wäre die Hose nämlich an einer für mich sehr ungünstigen Stelle gesessen und beim Selbernähen kann ich das ja vermeiden. Deshalb ist mein Bund auch mit einem Baumwollstoff gefüttert. (Die Fäden hätte ja auch noch jemand entfernen können…)
Die Hose wird aus Jeansstoff ohne Stretch genäht. Und da ich da auch Bestände in meinem Stoffschrank, ok, man kann es schon fast Lager nennen, hatte, habe ich mich für diesen leichten und hellen Jeansstoff entschieden. Der Sommer kommt ja angeblich irgendwann. Genäht habe ich diese Hose das erste Mal mit einem Dreifach-Geradstich, also ohne extra Jeansgarn.

Die Hose wird es auf jeden Fall noch einmal geben, denn ich trage sie echt gern, obwohl es wie gesagt die erste Schnittvariante war und deshalb an einigen Stellen noch nicht perfekt ist. Zum Beispiel wurde auch die Länge im Ebook noch angepasst, das war bei mir nämlich wirklich knapp. Und vor allen Dingen wird es noch eine Hose geben, weil ich noch einige Stoffe ohne Stretch im Schrank liegen habe und mir auch eine Variante nach diesem Prinzip wieder vorschwebt 😉 Vielleicht schaffe ich es ja beim Jeans-Sew-Along?
Ich schicke euch in jedem Fall sonnige Grüße und freue mich, wenn wir uns am Donnerstag wiedersehen! Dann gibt es auch endlich Teil 2 der Tipps und Tricks zum Jeans nähen und eine weitere Jeanshose. Aber ich freue mich auch schon heute auf eure Rückmeldungen und was ihr euch für den Sew-Along vielleicht gleich vorab wünscht und ob ihr dabei seid?
Liebe Grüße,

Link: HoT

P.S.: Der Schnitt wurde mir im Rahmen des Probenähens zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon aber unbeeinflusst.

Ginger und meine Tipps und Tricks zum Jeans nähen Teil 1

Eine selbstgenähte Jeans – das scheint für viele der große Näh-Olymp zu sein, das liest man jedenfalls immer wieder. Man hat Respekt vor den vielen Schnitteilen und Arbeitsschritten und davor, das es am Ende dann nicht passt oder sich beim Tragen vielleicht im Nichts auflöst. Ich zeige euch heute meine neue Jeans und dachte mir, ich schreibe euch mal ein paar Tipps und Infos zum Jeans nähen zusammen, um euch den Respekt ein wenig zu nehmen. Denn auch wenn ich mich wiederhole: Jeans nähen ist zwar zeitintensiv, aber Schritt für Schritt einer guten Anleitung gefolgt und schon ist die Hose fertig!

 

In meinem Fall habe ich wieder eine Jeans nach dem Ginger-Schnitt genäht mit einem Jeansstoff vom Stoffmarkt. Ich habe die niedrige Leibhöhe gewählt und die Beinform noch ein wenig an meine Lieblingshose angeglichen. 
So, und damit wären wir direkt beim Schnitt: Es gibt die unterschiedlichsten Jeans-Schnitte von unterschiedlichen Anbietern. Allen voran natürlich Burda, englischsprachige Ebooks, usw. Ehrlich gesagt war mein erster Jeans-Schnitt auf Englisch und mit einer sehr kurzen Anleitung. Es kam trotz allem eine tragbare Jeans dabei raus. Wenn ich euch jedoch einen Schnitt empfehlen darf, dann ist das einfach Ginger von Closet Case Files. Diese Jeans überzeugt mit einer sehr ausführlichen Anleitung, zusätzlich gibt es noch einen Sew-Along. Des Weiteren hat sie mir beim ersten Mal ohne Änderungen so gut gepasst, wie es keine Kauf-Jeans bisher getan hat. Mit ein paar kleinen Änderungen passt sie zwar noch besser, aber man braucht ja auch erstmal einen Ausgangspunkt. Und dieser Bund! So einen tollen Jeans-Bund hatte ich wirklich noch nie. Und dann hat sie auch gleich zwei Versionen, mit der ihr vier verschiedene Jeans nähen könnt. Und das macht es nicht komplizierter! Auch bei anderen Jeans-Näherinnen kam Ginger immer sehr gut weg, also auch in anderen Größen ein super Schnitt.

 

Ihr habt also euren Schnitt und jetzt geht es um den Jeansstoff. Auch hier werdet ihr ahnen, dass das Angebot unglaublich groß ist, genügt ja schon ein Blick in Klamottenläden, was es hier alles unterschiedliches gibt. Dünne Jeansstoffe eher für den Sommer, dicke Jeansstoffe für den Winter, Stoffe mit und ohne Elasthan, dunkle Stoffe, helle Stoffe,… Und welcher ist jetzt hier der Richtige? Schaut in eurem Schnitt nach, welchen Stoff ihr benötigt! Also ob mit oder ohne Elasthan. Denn ihr wollt ja am Ende eine gut sitzende Hose haben und dafür muss sie entweder an den entsprechenden Stellen nachgeben oder wenn es ohne Elasthan sein soll genügend Stoff an den richtigen Stellen haben. Für Ginger benötigt ihr beispielsweise einen Stoff mit 2% Elasthan. Und dann könnt ihr euch natürlich noch zwischen dickem und dünnem Stoff, hell oder dunkel etc. entscheiden.  Dann gibt es aber noch einen weiteren, besonderen Jeans-Stoff. Raw-Denim. Das ist ein ungewaschener Jeans-Stoff, der indigoblau gefärbt ist. Diesen Stoff wäscht man auch vor dem vernähen nicht. Und danach auch ein halbes bis ein Jahr lang nicht. Was sich jetzt äußerst unhygienisch anhört, dient dazu, dass sich die normalen Gebrauchsspuren im Stoff zeigen. Und für die Hygiene kann man die Jeans in den Gefrierschrank werfen und lüften. Und nach diesem Jahr bluten die hellen Stellen besonders stark aus. Aber natürlich kann man auch bei den ganz normalen Jeansstoffen bleiben, ich habe auch keine Hose aus Raw-Denim. 
Egal welchen Jeansstoff ihr verwendet habt, ihr braucht Garn. Nicht nur das „ganz normale“ für die nicht-sichtbaren-Nähte, sondern auch das Garn für die Ziernähte, also all die Nähte, die eine Jeans zu einer Jeans machen: An den Po-Taschen, Gürtelschlaufen und natürlich insbesondere der Reißverschluss-Schlitz. Kontrastnähte sind hier natürlich super, aber wenn ihr euch das zu Beginn nicht traut, könnt ihr euch natürlich auch an die Hosenfarbe annähern. Für diese Nähte könnt ihr extra dickeres Garn verwenden. Nachteil ist hier: Ihr müsst eure Nähmaschine relativ oft neu einfädeln, denn die Ziernähte können nicht alle auf einmal gemacht werden und das dicke Garn braucht ihr wiederrum für die Innennähte auch nicht verwenden. Eine zweite Nähmaschine ist da natürlich von Vorteil, das hat aber auch nicht jeder. Die andere Variante ist, dass ihr einen Dreifach-Geradstich an eurer Nähmaschine habt.  Dann könnt ihr euer Universal-Garn verwenden denn durch die drei Stiche ist die Naht gröber und plastischer. Dafür ist die Naht beim Dreifach-Geradstich halt um ein Vielfaches langsamer genäht, denn jeder Stich muss dreimal gemacht werden. Ich habe tatsächlich schon beide Varianten ausprobiert und finde beide in Ordnung. An das Umfädeln hat man sich schnell gewöhnt und beim Dreifach-Geradstich muss ich ja auch erstmal die Nähmaschine neu einstellen. Da kann man es also halten, wie man will (oder was gerade bei der Hand ist).

Womit wir jetzt auch beim Nähen sind und damit auch beim Thema Nadeln. Ja, bitte verwendet eine Jeansnadel. Jeder Nadelkopf ist ein wenig unterschiedlich und ich habe mir erklären lassen, dass ein Jeansnadelkopf die Fähigkeit hat, den Faden nicht zu durchstechen, sondern sind den Weg an den Fäden vorbeisucht. Unglaublich, oder? Bei jedem einzelnen Stich, denn ihr da mit eurer Nähmaschine rattert ist der Jeansnadelkopf durch ein Labyrinth unterwegs, ohne eine Möglichkeit, zurückzugehen. 

Das Thema Jeans Nähen ist damit sicherlich noch nicht abgehakt… Jedoch geht es damit dann in Teil 2 weiter, denn für einen Post wäre das dann doch deutlich zuviel geworden. 

Ich hoffe, euch einen ersten kleinen Einblick ermöglicht zu haben und solltet ihr noch Fragen habe, die ihr mir stellen wollt, dann immer her damit! Ich werde mein Möglichstes tun, diese zu beantworten.Und natürlich noch der kleine aber feine Hinweis: Das sind meine Erfahrungen, wenn ihr andere habt auch gerne her damit!

Die Ginger, die ihr heute sehen könnt, hatte ich schon einen ganzen Tag lang an. Und leider ist der Stoffmarkt-Jeans-Stoff nicht so richtig toll, er leiert nämlich ziemlich aus…

Solltet ihr übrigens gestern fleißig um 17.30 Uhr ferngesehen haben: Es tut mir leid, mich habt ihr leider nicht gesehen. Es hieß zu mir der Beitrag sei für Mittwoch geplant, scheinbar hatte das nicht geklappt und ich habe nachgefragt, wann er denn nun kommen soll. Sobald ich eine Antwort habe erzähle ich euch davon! Ich vermute mal heute, aber wissen tue ich es noch nicht. Und solltet ihr jetzt keine Ahnung haben, von was ich da schreibe: Das Fernsehen war am Dienstag bei mir, um genauer zu sein Sat.1 Bayern.
Das Shirt, dass ihr da seht habe ich euch vergangene Woche gezeigt, wenn ihr es nochmal genauer ansehen wollt.

Und natürlich geht mein J wie Jeans auch zu 12 Letters of Handmade Fashion!

Viele Grüße und einen wunderschönen Donnerstag wünsche ich euch!

Link: RUMS
Stoff: Stoffmarkt

Heute im Doppelpack…Frau Ida und Ginger

Eine Jeans und ein weißes Oberteil. Grundsätzlich ist das ja kein besonderes Outfit sondern eher etwas, was jeder immer mal wieder trägt. Tja und doch kann es zu etwas besonderem werden, wenn beide Teile an deiner Nähmaschine entstanden sind. Oder in diesem Fall natürlich an meiner. Das sind, wie ich letzte Woche schon geschrieben habe, nämlich Kleidungsstücke, die vor dem ersten Tragen ihre eigene Geschichte haben. Und das fängt nicht erst beim nähen, sondern bereits beim Stoffkauf bei mir an.

Das Oberteil ist nämlich aus einem Brautsatin, den ich aus dem Stofflager meiner Oma habe. Für die Geschichte wäre es jetzt natürlich viel schöner, wenn es der Brautsatin aus dem Brautkleid meiner Oma wäre, aber das wäre gelogen 😉 Ich glaube mich zu erinnern, dass es tatsächlich mal ein Musterstoff für ein Brautkleid war, die Entscheidung aber auf einen anderen gefallen ist. Ein edler Stoff also, der seit drei Jahren in meinem Stofflager auf seinen Einsatz wartete (und bei meiner Oma vermutlich schon länger…). Wer regelmäßig hier liest, wird jetzt erraten können, um welches Oberteil es sich handelt. Schließlich wurde die weiße Frau Ida hier bereits einmal thematisiert. Zuerst hatte sie mir ja ein wenig den Eindruck von Krankenhauskleidung gemacht, inzwischen habe ich mich aber gut mit ihr angefreundet und ich freue mich immer, wenn ich endlich genügend weiße Wäsche hatte, damit ich sie wieder anziehen kann. Ein wenig kurz ist sie mir geraten, obwohl ich nichts am Schnitt zu meiner ersten Frau Ida verändert habe. Aber das kann natürlich auch am Stoff liegen, dass der Eindruck entsteht, da er relativ steif ist.

Die Jeans ist auch selfmade, komisch wenn man sich mit einem Shopping-Verbot belegt hat. Sie ist ja alles andere als die erste Hose und auch den Schnitt habe ich schon einmal genäht. Nun gut, Ginger in View A und View B muss man tatsächlich unterscheiden. Bei View A ist der Bund niedriger und die Beine breiter, bei View B der Bund höher und die Beine schmäler. Das mit dem weiten Bein habe ich bei der ersten Hose tatsächlich ignoriert und mich anschließend gewundert, warum die Hosenbeine bei den anderen so anders sind 😉 Also habe ich mich natürlich auch an View B versuchen müssen. Der hohe Bund war auch einen Versuch wert. Das nach dem Zuschnitt und der teilweisen Fertigstellung meiner Hose, die noch auf den passenden Reißverschluss warten musste, eine Überarbeitung des Schnitts herauskam, in dem die Hosenbeine mit dem entsprechenden Bund kombiniert werden können, hat mich zwar zum einen sehr gefreut, zum anderen habe ich mich aber natürlich ein wenig geärgert 😉 Beim anprobieren habe ich nämlich schon festgestellt, dass der hohe Bund, jedenfalls mit diesem Jeansstoff, nichts für mich ist. Der Jeansstoff war dazu fast zu weich, bzw. stretchig und damit sehr unvorteilhaft. Die Beinform hat mir jedoch sehr gut gefallen. Also die nächste Version steht fest und durch die Schnittmusteranpassung wird das jetzt einfacher, die beiden „View’s“ zu kombinieren.

Und nun zu den Stoffen der Jeans: Der Jeansstoff war ein Schnäppchen aus der Lumpenfabrik und der Innenstoff ist besagter Stoff mit Geschichte: Wir sind jahrelang auf eine Hütte gefahren, meist zwei- bis dreimal im Jahr. Da bei dieser Hütte die Pacht nun auslief und nicht verlängert wurde, musste sie geräumt werden. Dabei fielen viele Baumwollstoffe für mich ab, unter anderem die Herzchen. Aus diesem Muster gab es in der Hütte auch Vorhänge und deshalb ist das mein Hütten-Gedächtnis-Stoff. Und in unserer Photo-Box zur Hochzeit war er auch im Einsatz als Hintergrund- Bespannung. Also wirklich ein Stoff mit Geschichte 😉 Und ich finde es total witzig, wenn auf der Jeansinnen-Seite solche Besonderheiten verarbeitet werden können!

 

Zum nähen der Frau Ida kann ich nur sagen, dass es wieder wunderbar einfach war. Der V-Ausschnitt ist so pillepalle, wenn er so gut erklärt ist!

Das Jeans nähen hat natürlich auch eine etwas andere Schwierigkeitsstufe, wobei ich dazu auch schon mal ausführlicher geschrieben habe. Aber man merkt, dass es nicht mehr meine erste Hose ist und die Nähte immer besser werden. Noch dazu habe ich dieses Mal ein etwas dünneres Kontrastgarn verwendet, mit dem ich zum einen nicht so sparsam sein musste, weil mehr auf der Spule ist, und zum anderen lässt es sich auch einfacher vernähen. Wie ich oben schon geschrieben habe, musste die Hose zwischenzeitlich pausieren, weil sie auf den passenden Reißverschluss gewartet hat. Als ich sie dann wieder in die Hand nahm um weiterzumachen, war ich echt erstaunt, dass ich das genäht hatte, weil so gerade Nähte bin ich von mir echt nicht gewöhnt 😉 Und weil ich so begeistert war, ist mir die Ziernaht am Reißverschluss gleich mal nicht so gelungen… Wie sollte es anders sein. Dafür sind die Paßformprobleme, außer dem für mich nicht passenden hohen Bund, hier nicht da. Die Hoffnung besteht also, dass bei meiner nächsten Jeans alles passt.

Eigentlich wollte ich der Jeans ja nach dem nähen einen Used-Look verleihen. Ich habe nämlich noch zwei Meter vom Stoff da und wenn das nichts geworden wäre, hätte ich nochmal die Chance gehabt. Bisher war aber jeder vom Farbton der Hose so begeistert, das ich mich nun doch dagegen entschieden habe. Dafür fehlt mir aber immer noch eine Hose, die auch zur Jeansjacke passt… Ein Dilemma! Inzwischen habe ich auch mitbekommen, dass die Jeanskäufer sich viel mehr Hosen ohne irgendwelche Waschungen wünschen. Und wenn man Jeans näht, dann würde ich mir wenigstens zwischendurch wünschen, dass es bereits Jeansstoff mit der entsprechenden Optik gäbe. Die Stoffe im hellen jeansblau die ich bisher gefunden habe, waren leider alle eher von einer dünnen Qualität und dafür mehr für Kleider oder so geeignet. Bei der nächsten Hose versuche ich das einfach 😉

Nieten hat die Hose auch mal bekommen. Habe ich mir schon vor längerem gekauft, aber jetzt mussten sie endlich herhalten 😉

Habt ihr mir eigentlich einen Tipp für Jeansknöpfe? Die von der klassischen Kurzwaren-Marke gefallen mir nicht und ansonsten habe ich Jeansknöpfe nicht wirklich gefunden. Mein Vorrat an doppelten Knöpfen von gekauften Hosen geht nämlich leider zur Neige… Nur Nachteile bei diesem selbernähen….

Viele Grüße,

Link: RUMS

Schnitte: Ginger Jeans, Frau Ida

 

 

Nun endlich: Ginger Jeans

Lange angekündigt und hier ist sie: Ein kleiner Tusch! Tadaa, meine Ginger-Jeans!

Und damit ganz zurück an die Anfänge der Jeans-Näherei (also so ca. 6 Wochen?): Zu Beginn war ich auf der Suche nach einem Schnittmuster für Jeans mit einer deutschen, ausführlichen Anleitung. Zu dieser Zeit kaufte ich mir aber mehrere Schnitte bei Style-Arc und habe mir dann einfach die Jeans mit in den Warenkorb gelegt, so zum Ansporn endlich loszulegen und nicht immer vor mir her zu schieben… Also zur Erinnerung: Englische, kurze Anleitung. Als ich euch dann meine erste Jeans vorgestellt hatte, kam sofort der Tipp zum Ginger-Jeans-Sew-Along. Und irgendwann habe ich diesen Schnitt einfach gebraucht!

Gibt es eigentlich eine Schnitt-Sucht? Egal, weiter im Text. Bei der letzten Stoffbestellung stand natürlich schon das Vorhaben, weiter Jeans zu nähen. Also landeten alle Jeansstoffe, die toll aussahen im Warenkorb und schlussendlich bei mir zu Hause. Aber nach der Stoffempfehlung aus dem Sew-Along! Und welchen Stoff nimmt man für den neuen Schnitt? Natürlich der, der empfohlen wird. Also 98% Baumwolle und 2% Elasthan. Und Größe? Die, die man nach der Maßtabelle hat! Blöd nur, dass mir der Schnitt eigentlich gar nicht passen dürfte… Und schlussendlich wohl gute zwei Nummern zu groß war! 
Denn Elasthan ist nicht gleich Elasthan, Jeansstoff nicht gleich Jeansstoff und dieser beult unheimlich… Genäht habe ich im Übrigen View A. Denn ich wollte einen etwas niedrigeren Bund, aber demnächst ist View B an der Reihe. Geändert habe ich dann viel… Also die Seitennähte noch um einiges enger gemacht, den Bund,… Und trotz allem ist sie mir nach einmal tragen zu groß. 
Wie fällt aber nun mein bisheriges Fazit im Vergleich zur Sandra-Jeans aus? Also der Bund sitzt bei der Ginger-Jeans total angenehm, so einen tollen Bund hatte ich noch nie bei einer Jeans. Und die Anpassungen müssen wohl sein, egal welcher Schnitt. Denn es ist immer auch Stoffabhängig und um die perfekte Jeans zu nähen müsste man wohl immer den exakt gleichen Jeansstoff verwenden. 

Als bisheriges Zwischenfazit zum Jeansnähen kann ich aber auf jeden Fall sagen: Ich trage alle Varianten total gerne und nun kann ich nicht nur in der Oberbekleidung oder bei Rock und Kleid selbstgenäht tragen. Und ich muss wirklich sagen: Momentan fühle ich mich nur wohl, wenn mindestens ein Teil an mir selbstgenäht ist. Ansonsten ist es mir nicht individuell genug und auch die Paßform macht mir dann Probleme. Wenn auch vielleicht nur im Kopf 😉

Hier trage ich ja auch meine FrauMia, endlich in der sommerlichen (ok, frühlingshaften) Bestimmung 😉

Liebe Grüße,

Schnitt: Ginger-Jeans
Stoff: Buttinette
Link: RUMS

Jeans nähen – eine Zusammenfassung

Vor einiger Zeit habe ich euch meine zwei selbstgenähten Jeanshosen (Nr. 1 und Nr. 2) gezeigt und euch von meinen Problemen damit berichtet. In euren Kommentaren habt ihr mir dann einige, für mich neue, Quellen genannt und die möchte ich gerne für alle anderen Leser auch zusammenfassen und die Erfahrungen, die ich in der Zwischenzeit gesammelt habe oder die ihr gesammelt habt.

Ich fange mal mit einem speziellen Schnittmuster von einer Boyfriend-Jeans an. Das Schnittmuster Girlfriend von Schnittherzchen war vielen von euch schon bekannt. Und bei einigen schlummerte es schon in der Schublade, so auch bei Prülla. Und SunGirl hatte die Hose bereits genäht. Warum ich das hier erwähne? Da beide große Probleme mit der Größe hatten. Und es wäre doch schade, wenn ihr euch auch dazu entschließt, den Schnitt zu nähen und dann das gleiche Problem habt. Und Sandra von SunGirl hatte auch das Problem mit den Falten, wie ich es hatte. Nochmal zur Erinnerung: Ich habe die Weite im Schritt reduziert, also jeweils die Nähte enger gemacht. Ich würde euch da empfehlen, das wirklich erst mit einem Stich in langer Stichlänge (das ist leichter aufzutrennen) auszuprobieren und dann, wenn es passt, mit einem „festen“ Stich zu fixieren.

So, aber jetzt zur „richtigen“ Jeans: Ich habe ja das Schnittmuster „Sandra“ von StyleArc genäht und hatte doch zwischendurch Probleme, da die Nähschritte zwar grundsätzlich einigermaßen deutlich, aber relativ kurz gehalten sind. Es gibt auch Diskrepanzen zwischen Anleitung und der erklärenden Grafiken. Bei der ersten Jeans hat das doch bei einigen Stellen für Verwirrung gesorgt, und den Bund musste ich sogar neu zuschneiden! Da habe ich mir doch oft ein Ebook mit Bildern gewünscht. 

Dann habe ich aber den Tipp bekommen, dass es zur Ginger-Jeans ein SewAlong gab. Und das ist tatsächlich nicht nur für das Schnittmuster „Ginger“ interessant, sondern für das Jeansnähen im Allgemeinen! Die Lektüre kann ich euch also in jedem Fall empfehlen! Der Schnitt hat aber in der Zwischenzeit auch hier Einzug gehalten. Warum und weshalb, dazu an einer anderen Stelle mehr 😉 

Inzwischen gibt es eine zweite Variante der Sandra-Jeans. Und da ging es mit der Anleitung schon deutlich besser, man merkt, da hilft die Erfahrung von der ersten Jeans. Und auch meine Spick-Jeans habe ich deutlich weniger benötigt. Also Spick-Jeans, weil manche Nähschritte muss man sich erst einmal verdeutlichen, besonders rund um den Reißverschluss. Und da hilft es, einfach mal eine fertige Jeans genauer zu inspizieren. Das Nähen ging zwar deutlich besser, aber die Paßformprobleme sind deshalb noch nicht gelöst. Denn das ist tatsächlich das Manko, dass sich durch alle Posts zieht, die ich zum Thema Jeans bisher gelesen habe. Jeder Schnitt braucht seine Anpassungen, umso mehr wenn der Jeansstoff keinen Stretch enthält. Aber wie und wo genau solche Änderungen zu machen sind, um dieses oder jenes Problem zu lösen, das finde ich wahnsinnig schwer so herauszufinden.

Auch bei dieser Hose musste ich nachträglich noch Änderungen machen. Denn ich hatte zuerst ja einen Stoff ohne Stretch vernäht, jetzt mit Stretchanteil. Dadurch wurden die Probleme, die ich bei No. 1 hatte, zwar gelöst. Aber hier habe ich die Schrittnaht bzw. die Innenbeinnaht enger genäht. Auf der Suche nach der Fehlerquelle, also warum die Hose immer rutscht und warum auch die Hosenbeine relativ kurz sind habe ich versucht, das Mehr an Stoff ausfindig zu machen. Und das erschien mir die einfachste Lösung. Und jetzt sind die Hosenbeine länger und die Hose rutscht lange nicht mehr so, wie am Anfang. Leider ist dadurch die Rückseite ein wenig in Mitleidenschaft gezogen worden. Also leider nicht mehr so schön, wie bei Jeans No. 1 😉 Aber trotz allem tragbar, wie ich finde.

Der Jeansstoff hat im Übrigen wahnsinnig abgefärbt! Ich hatte mir schon um die Durchblutung meiner Finger Sorgen gemacht, weil alles blau war 😀 Aber nach dem Hände waschen war alles wieder gut, zum Glück.
Die Bluse habe ich euch ja vergangene Woche bereits gezeigt.
Beim nähen dieser Hose hatte ich mir den Sew-Along zur Ginger-Jeans schon durchgelesen und den Tipp befolgt, den Jeansbund innen mit einem Baumwollstoff zu füttern. Und verwendet habe ich einen Retro-Stoff aus einem alten Bettlaken.
Die Taschen habe ich natürlich dann auch aus diesem Stoff gemacht. Und es macht mir echt immer Freude, dieses nur für mich sichtbare Detail!
Bei den Potaschen habe ich mich dieses Mal auch für ein schlichteres Design entschieden. Ich habe nur ein wenig mit den Stichlängen experimentiert damit es nicht zu eintönig wird 😉
Inzwischen habe ich auch eine Ginger-Jeans im Schrank. Und an einigen Stellen wird die echt ganz anders genäht wie die Sandra von StyleArc. Beide Varianten liefern eine originale Jeans und ehrlich gesagt weiß ich nicht, welche mir besser liegt. Aber dazu noch mehr, wenn ich euch die Ginger-Jeans zeige. Eins vorneweg: Auch bei der Hose passt die Paßform nicht sofort. Denn das kann ich euch als Fazit gleich mitgeben: Jeans nähen ist einfacher als es erscheint, Probleme macht aber eigentlich immer die Paßform. Also sollte euch ein Hosenschnitt gleich super passen, dann schätzt euch sehr, sehr glücklich 😉 Dieses Problem soll man gut mit dem Buch „Pants for real people“ in den Griff bekommen. Bisher habe ich das aber nicht und kann euch das deshalb auch nicht bestätigen.
Wenn ihr mich heute nach einer Entscheidung für ein erstes Jeans-Schnittmuster fragt, dann empfehle ich euch auf jeden Fall Ginger! Dies als kleiner Vorausblick… (Wer es nicht erwarten kann: Kathrin hat gestern ihre Ginger-Jeans vorgestellt…)
Das Jeansnähen ist auf jeden Fall bei mir noch nicht abgeschlossen. Im Gegenteil, ich habe inzwischen schon recherchiert, wie man den gekaufen Jeanslook besser hinbekommt… Aber auch das muss ich erstmal testen 😀 Und dann hadere ich noch mit mir, ob ich den Videokurs von Craftsy machen soll… 
Viele Grüße,


P.S.: Jeans nähen macht, glaube ich, süchtig 😉

Link: RUMS
Stoff: Stoff&Stil