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Der Auftakt zur letzten Woche metterlink heiratet – Nähblogger kommen zu Besuch! Und wer ist diese Woche zu Besuch? Veronika von Tag für Ideen! Und los gehts!


Liebe Veronika, ich freue mich sehr, dass du mich diese Woche hier vertrittst! Aber wie bist du denn eigentlich zum bloggen gekommen?
Liebe Marina, ich freue mich sehr, dass ich dich zu so einem freudigen Ereignis – deiner Hochzeit und anschließender Reise auf deinem Blog vertreten darf!!
Wie ich zum Bloggen gekommen bin?

Gespielt habe ich schon länger mit dem Gedanken eines Blogs. Während meiner Arbeit war es aber unmöglich so ein „Projekt“ in Angriff zu nehmen. In der Mami-Zeit gab mir mein Mann dann den „letzten Schubs“ und ich habe ohne lange zu überlegen den ersten Post geschrieben…

Oh, dein Mann hat dich dazu geschubst! Mein Freund wusste noch nicht mal so wirklich, was ein Blog ist 🙂 Und wie kam das Nähen in dein Leben?
Als Ausgleich zum Beruf. Ich habe anfangs nur monoton genäht: mit Watte gefüllte Stoffherzchen mit Aufhänger – von Hand zugenäht… mindestens 300 Stück – ohne Übertreibung, echt!!
Oh wow! Das nenne ich mal Durchhaltevermögen 🙂 Hast du dich vor dem Nähen schon viel mit Mode beschäftigt? Oder hat sich das für dich verändert?
Nein, ich beschäftige mich auch jetzt nicht viel mehr mit Mode.

Ich nähe nach meinen persönlichen Bedürfnissen – bequem, nicht zu bunt, und meist schlichte Schnitte. Wenn es „in“ ist, umso besser :-).

Gibt es dann beim Nähen etwas, was du nicht so gerne machst oder vielleicht auch einen großen Bogen drumrum? Zum Beispiel um bestimmte Stoffarten?
Um Stoffarten mache ich eigentlich keinen Bogen – da wird alles ausprobiert. Und wenn ich was im Kopf habe, dann meistens so lange, bis es funktioniert! Ich mache aber einen großen Bogen ums „einfassen“ das gehört definitiv nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen!!

Ohja, da gibts eindeutig schönere Beschäftigungen 🙂 Weiß dein Umfeld, also Freunde und Verwandte von deinem Blog?
Ja, inzwischen. Aber erst so nach und nach. Ich wollte es zuerst nur für mich ausprobieren, und wusste auch nicht so genau, ob jeder „die Notwendigkeit“ (m)eines Blogs versteht. Die Resonanz ist aber sehr positiv, und ich bin froh, diesen Weg zu gehen, und möchte meine (nicht mehr nur virtuellen) Kontakte nicht mehr missen!!
Das glaube ich dir gerne! Nun zum Abschluss noch eine Frage nach deinen Lieblingsschnittmustern. Was nähst du besonders gern oder was trägst du besonders gern? Und gibt es vielleicht ein Schnittmuster, das du dir noch wünschen würdest, das es geschrieben wird?
Da muss ich nicht lange überlegen! Mein absoluter Lieblingsschnitt ist ungeschlagen die Pump-it-up von Hedi näht. An Bequemlichkeit ungeschlagen, und für mich der richtige Touch Coolness. Ansonsten finde ich gibt es so viele tolle Schnittmuster, dass ich voll und ganz zufrieden bin 🙂

Herzlichen Dank liebe Veronika für das tolle Interview! Und jetzt bin ich schon sehr gespannt auf deinen Beitrag am Donnerstag!

Und solltet ihr nochmal nachlesen wollen, was es mit dem ganzen Gastbloggen eigentlich auf sich hat, dann dürft ihr das gerne hier tun!

Viele Grüße,

Marina

Diese Woche ist Karina von Ein Quentchen Glück zu Besuch!

Liebe Karina, ich freue mich sehr, dass du auf meinem Blog zu Gast bist! Willst du dich vielleicht mit ein, zwei Sätzen vorstellen?

 

Hallo Marina,
Ich freu mich, dass ich auf deinem Blog zu Gast sein darf!
Ich bin 32 Jahre, wohne zusammen mit meinem Mann im schönen Saarland ganz in der Nähe zur französischen Grenze! Wir sind seit drei Jahren verheiratet und haben einen Sohn, der uns viel zu früh wieder verlassen musste! In meiner Freizeit mache ich sehr viel Sport und seit knapp anderthalb Jahren nähe ich leidenschaftlich gerne 😉

Und wie kam es dann dazu, dass du zum nähen angefangen hast?

Als ich schwanger war, habe ich mir sehr viele Gedanken über Kinderkleidung und Spielzeug gemacht! Individualität, Qualität… Kann ein Body für Babys gut sein, wenn der Zehner Pack 4,99€ kostet? Wer die Preise für gute (Öko Tex) Stoffe kennt, kann das schnell beantworten! Angefangen habe ich dann mit kleinen Jersey Mützen, Utensilos und Gardinen fürs Kinderzimmer! Ohne große Vorkenntnisse habe ich mir durch die Hilfe verschiedenster Blogs und Foren das Nähen selbst beigebracht!

Wir hätten alle so gerne noch mehr Kinderkleidung von dir gesehen! Der kleine Quentin ist durch deinen Blog in das Herz von jedem deiner Leser gewandert und wir durften ihn alle kennenlernen! Und ich musste natürlich einige Tränchen verdrücken, als ich eure Geschichte las. War das Hinaustragen von Quentins Geschichte auch ein Anstoss, einen Blog zu schreiben? Oder wie kam es dazu?

 
Wie man an meinem Blognamem ja erkennen kann, ist Quentin ein großer Teil des Blogs und die Geschichte von ihm zu erzählen, war auch tatsächlich der ausschlaggebende Punkt, meinen kleinen Blog zu starten! Auch wenn ich in letzter Zeit kaum bis gar nicht über Quentin geschrieben habe, weil es natürlich immer mit sehr vielen Tränen verbunden ist über meinen kleinen Kürbis zu schreiben und auch so ein Text nicht mal fix in 30min geschrieben ist, werde ich mit etwas mehr Zeit sicher bald wieder über ihn schreiben!

Nach Quentins Tod, taten sich viele in unserem Umfeld sehr schwer mit uns, obwohl wir, wie ich glaube, versucht haben, es jedem so einfach wie möglich zu machen! Erst durch das Schreiben auf meinem Blog haben viele Freunde und Verwandte, die mittlerweile bei mir mitlesen, sich ein Herz gefasst und mich angesprochen oder angeschrieben! Und die Reaktionen waren durchweg positiv und angenehm!


Das heißt bei dir wissen alle im Umfeld, Freunde und Verwandte, vom Blog? Wie haben sie reagiert als du ihnen davon erzählt hast? Wussten sie überhaupt, was ein Blog ist?

 
Tatsächlich war das Ganze irgendwie ein Selbstläufer! Ich hab meinen ersten Post geschrieben und nur meiner Cousine Mel davon erzählt, sie ist die Mama meines Patenkindes und hat mich immer angestachelt, dass ich mit dem Nähen doch mehr machen müsste, einen Shop oder eine Seite…. Als sie meinen ersten Post über Quentin las, hat sie den Beitrag über Facebook geteilt und so haben Familie und Freunde davon erfahren! Gerade die ältere Generation konnte mit dem Thema Blog noch gar nix anfangen… Aber die Reaktionen waren durchweg positiv! Auch meinem Mann hab ich erst davon erzählt, als ich meinen Blog mit ein paar Dingen gefüllt hatte, weil ich Angst hatte, dass er es mir ausreden würde!
 
Die Angst kommt mir bekannt vor! Ich hatte mir auch viele Argumente überlegt, die ich dann gar nicht gebraucht habe 🙂 Hat sich eigentlich dein Stil oder dein Interesse für Mode verändert, seit du nähst?
Interesse an Mode hatte ich schon immer! Ich würde nicht sagen, dass sich mein Stil extrem verändert hat, aber durch das Nähen habe ich nun mehr Möglichkeiten meinen Stil auszuleben. Ich kann mit Farben, Mustern, Stoffen und mittlerweile auch schon ein wenig mit Schnitten spielen, was mir wahnsinnig Spaß macht. Außerdem merke ich ganz oft, wenn ich durch Geschäfte bummele, dass ich mir etwas anschaue und mir dann überlege, wie ich das Teil selbst schneidern könnte! Und manchmal muss ich über mich selbst lachen, wenn ich merke, dass ich ein Shirt erstmal umdrehe und mir die Nähte anschaue 😉

Haha, so weit ist es bei mir noch nicht 🙂 Aber was sind denn deine liebsten Schnittmuster? Und gibt es vielleicht einen Schnitt, den es noch nicht gibt, den du dir aber wünschen würdest?

Puh schwierige Frage…. Bis auf ein Teil (Pump it up Hose – so toll, aber irgendwie sieht die seltsam an mir aus…) ziehe ich alles, was ich bisher genäht habe, sehr gerne an und hab dann auch alles schon mehrfach genäht! Ich mag es, wenn ich bei einem Schnitt mehrere Möglichkeiten hab, mich auszutoben, wie z.B. Invidia von Erbsünde oder beim Jumper von Leni Pepunkt! Ein Teil, das auch immer geht, ist auf jeden Fall Pulsinchens Shrug!
Ich hab ja auch schon einige Taschen genäht, aber das perfekte Modell war bisher noch nicht dabei, vielleicht muss ich mir da mal selbst etwas einfallen lassen… 😉


Herzlichen Dank liebe Karina für dieses tolle Interview! Und jetzt bin ich schon sehr gespannt auf deinen Beitrag am Donnerstag!

Und solltet ihr nochmal nachlesen wollen, was es mit dem ganzen Gastbloggen eigentlich auf sich hat, dann dürft ihr das gerne hier tun!

Viele Grüße,

Marina

Liebe Monika, schön das du hier bist! Ich freue mich wirklich sehr, dass ich so tolle Vertreterinnen auf meinem Blog habe! Willst du dich vielleicht in ein oder zwei kurzen Sätzen vorstellen?

Liebe Marina,
zu erst einmal ganz lieben Dank, dass ich dabei sein darf! Das freut mich sehr!!
Mein Blog und mein Projekt schneidernmeistern sind ja noch ganz jung – ich habe gerade erst meinen ersten Bloggeburtstag gefeiert und wenn ich mich in aller Kürze vorstellen soll, dann bin ich: Schneidermeister, Schnittdirektrice und Kostümbildnerin oder anders gesagt: I was sewing before it was trendy… 😉
Ich bin viel herumgekommen in meiner „beruflichen Karriere“ und habe viel ausprobiert und seit September 2013 bin ich selbständig auf dem hart umkämpften EBook-Markt.

Und ich habe zwei E-Books von dir! Die Rockbüx kennt ihr ja noch? Und Else kommt auch bald dran! Aber wie hast denn du zum nähen angefangen? 

Ja, das freut mich sehr. Ich bin schon gespannt, wie deine Else aussehen wird!

Ich weiß gar nicht so genau, wann ich das erste Mal eine Nähnadel in der Hand hatte… Meine Mutter hat immer viel für sich und uns Kinder genäht und hatte ihren Nähbereich im Schlafzimmer. Da hab ich dann auf dem großen Zuschneidetisch gesessen und aus den Stoffresten Kleider für meine Barbiepuppe genäht. Später haben wir dann aus unterschiedlichsten Burdaschnitten meine Kleider für die Abschlussbälle der Tanzschule entworfen. Wir haben also von einem Kleid den Rock, von einem anderen das Oberteil genommen, den Ärmel verändert, noch einen Kragen drangebastelt, vor dem großen Spiegel anprobiert und ein individuelles Kleid geschaffen. Ein tolles Hobby!
Dass ich dann eine Lehre gemacht habe, habe ich einer wenig einfühlsamen Berufsberaterin zu verdanken. Die fragte nach meinen Interessen und das Erste was ich sagte, war, dass ich gerne nähe. In dem Moment klappte sie ihre Kladde zu und meinte „Gut! Dann werden sie Schneiderin!“ und damit war ich entlassen.
Ganz unglücklich war ich nicht, da ich nach dem Abitur die Nase gehörig voll vom Lernen hatte. Praktischerweise gab es eine sehr traditionelle Herrenschneiderei im gleichen Ort. Da habe ich mich vorgestellt und direkt die Lehrstelle bekommen.

Das war also quasi Frühförderung 🙂 Und danke, du wenig einfühlsame Berufsberaterin 😉 Sonst hätten wir vielleicht heute die tollen Schnittmuster nicht und könnten vielleicht auch nicht in Monikas Blog stöbern! Oder wie kam es zu deinem Blog? 

Wir sind vor 3 Jahren aus Köln nach Emden gezogen. Ich hatte ja oben kurz erwähnt, dass ich auch als Kostümbildnerin bzw. an der Oper in Köln als Kostümassistentin gearbeitet habe. Mit dem Umzug habe ich mir natürlich Gedanken gemacht, was aus meinem Beruf werden kann. Die Arbeit in Köln war sehr zeitintensiv und hat mich ziemlich ausgelaugt, so dass ich froh war, dass das nächste Theater erst mal nicht in Reichweite war. Zudem war ich schwanger und der Plan war erst mal Füße hoch und danach Mama sein (Was sich aber so ähnlich angelassen hat, wie die Arbeit an der Oper – ständig schreit jemand nach mir und ich hab einen Haufen dreckige Klamotten zu waschen…;)).

Das schöne Jahr Elternzeit war dann irgendwann vorbei und diesmal hatte ich eine wunderbare Beraterin beim Arbeitsamt, die mich nicht in eine Änderungsschneiderei stecken wollte, sondern mir eine Existenzgründung anbot.
Nähkurse habe ich zu dem Zeitpunkt schon gegeben und ich wollte so gerne wieder Schnitte machen und so lag der Schritt auf der Hand online zu gehen. Da ich aber leider nicht programmieren kann, habe ich blogspot gewählt um erst mal eine Plattform zu haben auf der ich meine Arbeit präsentieren kann. Toll ist dabei, dass man so viel mehr Leute erreicht, als wenn ich nur in Emden einen kleinen Laden hätte – ich habe sogar schon nach Kroatien und die USA Schnitte verkauft!
So als richtiger Blogger fühle ich mich aber gar nicht, denn ich will auf schneidernmeistern nicht posten, welchen Kuchen ich gerade gebacken habe… Wer mehr aus meinem Leben sehen mag, der muss mir auf Instagram folgen, das finde ich wesentlich entspannter, schnell und witzig mal zu zeigen, was gerade los ist – da siehst du dann auch schon mal einen Kuchen, den ich gebacken habe oder was mein Kind gerade wieder angestellt hat…!

Wow, bis in die USA und Kroatien! Aber andererseits kaufen wir ja auch Schnitte aus USA 🙂 Aber auch wahnsinnig spannende Bereiche, in denen du gearbeitet hast! Wie ist es dann für dich, wenn du die Nähwerke von uns Hobbynäherinnen siehst? Freust du dich, dass wir das auch hinkriegen oder tut dir vielleicht bei manchen Lösungen dein Schneiderherzlein weh? 
Schwierige Frage 🙂 Seit ca. 2 Jahren gebe ich ja nun Nähkurse für alle Stufen von Hobbynäherinnen und da habe ich sehr schnell lernen müssen zu differenzieren.
Es gibt viele verschiedene Typen…
  • Zum einen die, die schon sehr gut nähen können und nur Tipps brauchen. Die haben sich mit der Zeit ihren eigenen Stil angewöhnt, mit dem sie super zurecht kommen. Da ist nicht alles „richtig“ aber sie nähen die tollsten Sachen – alles gut!
  • Die blutigen Anfänger teilen sich noch mal in zwei Gruppen: Einige wollen es richtig lernen, die geben sich Mühe beim zuschneiden, heften auch schon mal was von Hand, bevor sie loslegen, trennen auch wieder, wenn eine Naht nicht schön geworden ist und sind froh, am Ende des Kurses ein Teil fertig zu haben, das aber dann meistens auch sehr schön geworden ist. Andere wiederum sind nicht so geduldig, springen vielleicht nur auf den Handarbeitszug auf, weil es alle machen, geben sehr schnell auf und gehen aber natürlich auch nicht mit einem zufriedenstellenden Resultat nach Hause ( die suchen sich dann aber vielleicht lieber ein anderes Hobby… 😉 )
  • Die dritte Gruppe ist die Schwierigste „das gefährliche Halbwissen“, genährt durch EBooks und Youtube, die denken sie können nähen, sind aber auch beratungsresistent, wie man so schön sagt. Ich habe auch mal zu dieser Gruppe gehört (wobei Ebooks und youtube damals noch nicht existierten), habe aber dann doch eingesehen, dass meine Lehrmeisterin einfach besser wusste wie man näht…
Ich finde toll, wie viel wieder genäht wird und viele wollen ja nur ihr Hobby ausleben, oder einem Trend folgen und keine Meisterprüfung ablegen. Also jeder nach seiner Façon… Auf meinem Führerscheinbild habe ich eine selbstgenähte Bluse an, bei der ich den Kragen nicht richtig hingekriegt habe, da habe ich dann auch „meine Lösung“ gefunden und war wahnsinnig stolz – also warum nicht!?
Wenn jemand mit Herzblut bei der Sache ist, kann es nicht „falsch“ sein.
Mein „Schneiderherzlein“ verkrampft sich nur, wenn ich falsche DiY-Anleitungen im Netz sehe, lieblos gemachte EBooks, oder die Qualität auf DaWanda oder den vielen Hobbybörsen extrem sinkt und die Leute für ihre Handarbeit nicht einmal den Warenwert verlangen. Da frage ich mich schon oft, was das alles soll, aber das ist noch mal ein ganz anderes Thema!
Naja, und beim Probenähen bin ich ja sowieso sehr angewiesen auf die Hobbynäherinnen. Viele gute Ideen und Hinweise oder außergewöhnliche Lösungen sind schon entstanden, auf die ich als Profi gar nicht gekommen wäre!

Ich muss jetzt gerade überlegen, welcher Typ ich bin… Aber das wird nicht verraten 🙂 Wie geht es dir dann heute damit, einerseits Mama zu sein aber daheim zu arbeiten, Ebooks zu erstellen und einen Blog zu führen? Und mit deinen Nähkursen? Bist du angekommen, bei dem, was du machen willst? 

Für mich ist die Selbständigkeit die perfekte Lösung wieder in meinem Beruf zu arbeiten. Ich muss nicht von einem Termin zum Kindergarten hetzen, ich kann mir „freinehmen“ um an einem Ausflug teilzunehmen, ich kann mir meine Zeit frei einteilen, ich kann auch mal abends (oder mit Vorliebe nachts) arbeiten… und so weiter.

Ich bin in der glücklichen Position nicht von meinem momentanen Einkommen leben zu müssen und habe so die Freiheit auszuprobieren, wo mich das ganze „Unternehmen“ hinführt. Der Nachteil ist natürlich, dass ich keine Tür habe, die ich hinter mir zu machen kann – ich bin immer versucht, auch am Nachmittag nochmal „schnell“ was nachzuschauen. Eine Werkstatt, in der ich drei Tage die Woche konzentriert arbeiten könnte wäre perfekt.
Auch trage ich natürlich die ganze Verantwortung und muss mich um alles kümmern. Ich habe keine Schnittmacherin und keinen Grafiker, die mir die „Schmutzarbeit“ abnehmen, alles liegt in meiner Hand – aber ich will es auch gar nicht anders. Ich kann so viel schneller reagieren und muss Änderungen nicht über dritte laufen lassen. Zudem habe ich sehr genaue Vorstellungen davon, wie etwas auszusehen hat und habe immer Angst zu viele Kompromisse eingehen zu müssen…
Angekommen fühle ich mich noch nicht. Gerade jetzt, (im August) wo wir dieses Interview führen, habe ich das Gefühl, dass sich einiges ändern wird. Ich habe in meinem ersten Jahr ordentlich Gas gegeben, habe 6 Schnittmuster herausgebracht und bin von der ursprünglichen Idee, die ich in meinem Buisnessplan beschrieben habe, doch ein ganzes Stück abgewichen. Ich will auf jeden Fall einen Gang herunterschalten, neue Prioritäten setzen, eine große Investition tätigen und meine Linie verfeinern oder meinen „signature style“ wie man so schön sagt…
So kann ich noch gar nicht sagen, wie es im September weitergehen wird… Da kann ich nur den Tipp geben, öfter mal rüber zu klicken zu www.schneidernmeistern.de und mal nachzusehen, was sich so tut…;)

Oh, da bin ich aber gespannt, was da kommt! Jetzt kommt eine schwierige Frage: Was sind deine Lieblingsschnittmuster? Diese frage habe ich allen gestellt, also wird sie auch dir gestellt 🙂 Die Zusatzfrage ist noch spannender: Gibt es ein Schnittmuster, dass es noch nicht gibt, du dir aber wünschen würdest? Ja ich weiß, dass du selber Schnittmuster machst, aber kann ja trotzdem was geben 😉  

Da habe ich jetzt wirklich lange nachgedacht, was ich in letzter Zeit so genäht habe und komischerweise habe ich so etwas wie ein Lieblingsschnittmuster gar nicht, da ich wirklich selten einen Schnitt ein weiteres Mal verwende. Die Else ist schon irgendwie mein Lieblingskleid, aber wahrscheinlich auch nur weil ich so lange auf sie warten musste 😉

Für den kleinen Mann habe ich tatsächlich schon häufig das recess raglan tee von see kate sew genäht. Das finde ich super – schnell genäht (super easy gerade wegen dem Raglan Ärmel) passt perfekt und weil ich meistens alte T-Shirts verwende spare ich mir die ZwillingsnadelSaumNäherei und mache das ganze noch ein wenig unkomplizierter. Überhaupt mag ich die amerikanischen „sewing Blogs“ total gerne. Da gibt es nicht so viele quietschbunte Klamotten, sondern die Mamas nähen richtig coole Kleidung für ihre Kids!
Die Zusatzfrage kann ich dagegen ganz klar beantworten, muss aber ein wenig weiter ausholen… Als ich so um die 20 war haben wir im Freundeskreis „advanced dungeons and dragons“ gespielt. Ein Fantasyspiel, dass man wohl auch draußen in der Natur spielen kann, welches wir aber nur zu Hause am Tisch in großer Runde gespielt haben. Es gab einen Erzähler und Spielleiter, der eine Fantasyabenteuergeschichte vorgegeben hat und wir waren Elfen und Gnome und all die wunderbaren Gestalten mit ihren magischen Eigenschaften und wir mussten ums ein und andere Mal Abenteuer bestehen. Ein wunderbares Item, dass ich einmal von einem Zauberer geschenkt bekam, war der sogenannte „bag of holding“ – ein Beutel in den alles hinein passte, was man brauchte und der dennoch nur so groß war wie ein kleiner Turnbeutel…
Wenn man das entwerfen könnte, das wär toll!

Liebe, liebe Monika, herzlichen Dank für diese wunderbare Interview! Du hast uns einen wunderbaren Blick durchs Schlüsselloch gezeigt und ich freue mich sehr, dass du hier zu Gast bist! Und auf Donnerstag könnt ihr auch schon ganz gespannt sein, unser Schneiderlein hat sich was ganz Tolles einfallen lassen!

Und solltet ihr nochmal nachlesen wollen, was es mit dem ganzen Gastbloggen eigentlich auf sich hat, dann dürft ihr das gerne hier tun!

Viele Grüße,

Marina

Diese Woche ist Änni zu Besuch!
Liebe Änni, schön dass du hier bist! Willst du dich vielleicht mit ein bis zwei Sätzen kurz auf meinem Blog vorstellen?

Hallo, ich bin Änni, 32 Jahre alt (Ups, jetzt ist es raus! Das hab ich so konkret glaub noch nie erwähnt…) und wohne mit meinem Freund und unseren zwei Katzen im schönen Stuttgart.

Das ist ja gar nicht so weit weg von mir! Freut mich! Und wie bist du zum nähen gekommen?

Hm, so genau kann ich gar nicht sagen wie es dazu kam…
Ich war schon immer kreativ und hab viel selbst gemacht. 2008 wollte ich unbedingt eine Patchworkdecke haben und hatte dafür die alte Nähmaschine meiner Mutter ausgeliehen. Unter Qualen ist sogar eine Decke entstanden, aber richtig Spaß gemacht hat es nicht. Da meine Mutter die Nähma aber auch nicht mehr brauchte, blieb sie bei mir. Vier Jahre im Schrank. Völlig unberüht. Dann bin ich auf die ersten Creativ- und Nähblogs gestoßen und hatte plötzlich wahnsinnig Lust auch wieder was zu nähen. (Lemmingverhalten…) Nur die Nähma wollte immernoch nicht so richtig mitmachen. Genäht hab ich trotzdem und weil ich in meinem Freundeskreis allein auf weiter Flur war, hab ich den Blog gestartet um mit anderen „Nähmädchen“ in Kontakt zu kommen. (Hat ja geklappt ;-))
Ich hab mich aber tatsächlich noch bis Anfang 2013 mit der alten Diva meiner Mutter gequält bis ich gaaaanz sicher war, dass das wirklich mein neues Hobby und nicht nur eine Phase ist. Dann hab ich mir eine neue Nähma gegönnt und mir haben sich ganz neue Welten erschlossen: Keine gerissenen Fäden, gleichmäßige Nähte… Seither bin ich mit viel Spaß dabei, hab den Fuhrpark um eine Overlock erweitert und schiele nach einer Covermaschine…

Oh, eine Overlock wäre ja schon ein Traum 🙂 Wirst du dann auf deine selbstgemachten Sachen auch mal angesprochen? Oder wurdest du schon mal gefragt, wo du das gekauft hast?

Zur Ovi kann ich wirklich nur raten. Mal abgesehen davon, dass das Nähen viel schneller geht ist Kleidung die von Innen ebenfalls hübsch anzusehen ist ja auch ganz nett 😉
Das ist auch ein wunderbare Überleitung zur eigentlichen Frage… Als ich nämlich das erste mal auf ein genähtes Kleidungsstück angesprochen wurde (meine MamaFrida-Hose aus Jeans) dachte ich sofort, dass irgendwo ein Faden absteht oder eine Naht offen ist 😉 Dem war aber nicht so und die Freundin hat einfach den Stoff erkannt, da ich öfter mal für ihre Kinder was genäht habe. Puh, Erleichterung…
Seit sie jetzt weiß, dass ich auch Kleidung für mich nähe ist sie der Frage treu geblieben und fragt wirklich jedes mal, wenn wir uns sehen, nach.
Ich bin auch schon von Leuten auf meine Kleidung (meistens eine meiner Elsen) angesprochen worden die nicht wußte, dass ich überhaupt nähe. Das freut mich natürlich immer am meisten.
Mir geht es oft so, dass ich durch die Stadt laufe und gerade bei Kindern sogar teilweise erkenne nach welchem Schnittmuster die Klamotten genäht sind. Wenn dann die Mama noch ein Shirt mit verdächtigen Dalapferden oder Maxidots anhat ist alles klar. Da ich es ja bekanntlich farblich nicht so krachen lasse, bin ich in „freier Wildbahn“ wohl eher nicht sofort als Selbernäherin erkennbar. Denke ich zumindest 😉

Wobei bestimmte Schnitte ja schon verräterisch sein können 🙂 Hast du dich dann vor der Näherei schon mit Mode beschäftigt oder war dein Kleidungsstil anders, wie er heute ist?

Mit Mode hab ich mich natürlich schon beschäftigt, aber auch nicht mehr als meine Freundinnen. Natürlich ist es eine überaus boshafte Unterstellung, dass Designer, Architekten und Werbemenschen gerne schwarze Rollkragenpullies tragen, aber ein bisschen Wahrheit ist bei sowas ja trotzdem dabei: Ich war schon immer eher schlichter gekleidet 😉
Mein Kleidungsstil selber hat sich nicht geändert, außer dasss ich eventuell ein bisschen mutiger geworden bin. Wenn 10 Leute einen netten Kommentar zu einem Kleid schreiben welches man eigentlich „nur so für daheim“ genäht hat, dann passiert es ja automatisch, dass man darüber nachdenkt, damit tatsächlich mal in den Supermarkt zu gehen.
Was sich aber auf jeden Fall geändert hat, ist mein Kaufverhalten. Ich hab zwar immer gemischt eingekauft, das heißt teure Teile auch mal mit günstigen Kleiderschwedenbasics kombiniert, (Der Schwede ist aber meine einzige Sünde, alle anderen hab ich schon immer links liegen gelassen) aber nun kann ich mich auch nicht mehr an den letzten Einkauf dort erinnern. Ich glaub es war im Winter und ich brauchte dicke Socken, Shirts die weniger kosten als 20 cm Stoff waren es jedenfalls nicht…
Das wäre mir vor ein paar Jahren nicht passiert, da bin ich schon mindestens ein mal in der Woche klamottenkauftechnisch in der Stadt unterwegs gewesen. Jetzt geh ich statt dessen Stoff kaufen, das Geld muss ja schließlich unter die Leute…

Oh, wem sagst du das! Mein Stofflager gleicht quasi einem Sparbuch 🙂 Ohne Zinsen… Weiß dein Umfeld, also Freunde und Verwandte, von deinem Blog?

Äh, nö! Alles voll geheim bei mir. Also mein Freund weiß dass es einen Blog gibt. Irgendwie muss ich ja Argumente vorbringen, warum wir schon wieder mit der Kamera auf ein Feld fahren damit er mein neues Oberteil fotografieren kann… Gesehen hat er den Blog noch nie 😉
Und sonst hab ich es einfach niemand erzählt. Warum weiß ich auch nicht so genau. (Jetzt kommt’s mir fast schon komisch vor, denn es ist ja doch viel Zeit die ich damit verbringe.)

Am Anfang wollte ich auch auf jeden Fall anonym sein und unter keinen Umständen erkannt werden. In letzter Zeit werden die Bilder mit Kopf aber etwas mehr…

Der geheime Blog von Änni 🙂 Zum Abschluss noch die Frage nach deinen Lieblingsschnitten. Und ob es einen Schnitt gibt, denn du dir noch wünschen würdest?
Ich bin Wiederholungstäterin. Mag ich einen Schnitt, nähe ich ihn gerne öfter. Im Moment ganz weit vorne mit dabei: Else von Schneidernmeistern und FrauJulie in der Shirtversion von schnittreif&Fritzi.

In letzter Zeit habe ich mir immer einen einfachen und luftigen Blusenschnitt gewünscht, aber da ich den gerade Probenähen durfte, muss ich mir das jetzt nicht mehr wünschen 😉
Vielleicht sollte ich ein etwas aufwendigeres Shirt auf meine Wunschliste setzen… da steht ich ja im Moment eher auf die einfachen schnellen und etwas Abwechslung ist ja auch nicht verkehrt.

Liebe Änni, herzlichen Dank für dein tolles Interview! Ich bin schon sehr gespannt auf Donnerstag, was du uns da zeigen wirst!

Und solltet ihr nochmal nachlesen wollen, was es mit dem ganzen Gastbloggen eigentlich auf sich hat, dann dürft ihr das gerne hier tun!

Viele Grüße,

Marina

Diese Woche ist Kerstin von sternbien zu Besuch!

Liebe Kerstin, es freut mich sehr, dass du mich auf dem Blog vertrittst! Und ich glaube es ist noch nicht zu viel verraten, wenn ich sage, dass du uns am Donnerstag was genähtes zeigst. Aber wie bist du denn eigentlich zum nähen gekommen?

Meine Omas hatten schon Nähmaschinen, aber mit denen spielte ich nur gerne, die eine Maschine war noch mit einem Trittbrett zum Ankurbeln. Meine Mutter mochte das Handarbeiten auch sehr gerne und so war es für mich ganz natürlich. In der Schule hatten wir sehr viel Handarbeiten und in der letzten Schule sogar 4 Stunden pro Woche und eine einmalig tolle Lehrerin. Sie zeigte uns wie man Schnitte kopiert etc. Daheim nähte ich absolut Freestyle ohne richtig technisches Wissen zu haben und so entstanden schon Hosen und Hüte und ein dunkelblaues Microfaser Etuikleid. Auf das war ich sehr stolz. Ich nahm einfach ein Top meiner Mutter und lege es auf den Stoff. Plus Nahtzugabe und los ging es. Nur das An- und Ausziehen war jedes Mal eine Herausforderung, denn ich nähte natürlich ohne RV und sonstiges….;-)
Dann war erstmal Ruhe, außer Vorhänge vom Schweden kürzen war nicht viel los. Erst als ich in Krabbelgruppen meines Sohnes mitbekam, dass es tolle Stoffe und DaWanda gibt und ich diverse “ Kurse“ bei Youtube sah, packte mich das Nähfieber. Für meinen Sohn nähe ich mittlerweile die komplette Ausstattung, außer Strumpfhosen und Schneeanzüge und für mich wird es auch immer mehr.
Fast die komplette Ausstattung? Und dann noch so viel für dich? Wahnsinn! Ich bin begeistert! Was sagt da dein Umfeld dazu? Wirst du oft auf deine selbstgemachten Sachen angesprochen?
Mein Umfeld sagt da nicht viel dazu, was ich schon schade finde. Mein Mann findet es super und mag es sehr, dass unser Sohn „meine“ Kleidung bekommt. Wir wohnen sehr ländlich, wie schon oft erwähnt und was der Bauer nicht kennt…… Vielleicht fragen sich einige, woher ich die Sachen habe, weil man sie nirgendwo sieht…..

Ich jedenfalls hatte noch nie Probleme damit, selbstgenähte Kleidung zu tragen. Im Gegenteil. Der erste Ritterschlag bekam ich kürzlich von meiner Friseurin, eine coole Socke, ihr gefiel mein Kaltesschultershirt so gut, dass sie es auch gerne haben möchte.

Meine Arbeitskollegin sagt immer, dass sie garantiert immer das Falsche sagt 🙂 Entweder, wo ich das herhab, dann ist es genäht, oder ob ich das genäht hab und dann ist es gekauft 🙂 Aber so richtig erkennen tut es auch in der Stadt niemand, also keine Sorge, es liegt nicht an deinen Sachen (garantiert nicht!). Aber wie kam es denn dazu, dass du Sternbien, also deinen Blog, ins Leben gerufen hast?

Ich dachte bloggen handelt ausschließlich nur über das Essen was man täglich vor sich stehen hat und immer die eigene Person im Mittelpunkt. Das wäre mir zu persönlich und langweilig. Als ich dann im Netz viele tolle Ratschläge fand und IMMER waren es Blogs, wurde ich dann doch neugierig. Ich sah mir die Blogs genauer an und kapierte erst da was das ist. Da ich sehr viel Hilfe, bis heute liebe Frau Metterlink ;-), erhalten habe und viele eigene Ideen habe wurde mir schnell klar, dass ich auch mitmachen möchte. Einmal wollte ich Hilfe zurück geben und dann ist es ein Ventil meiner Kreativität freien Lauf lassen zu können. Denn irgendwo ist man doch auch stolz und will den Erfolg und manchmal auch Misserfolg teilen. Schwupps hatte ich einen Blog und bin heute sehr stolz darauf wie sich alles entwickelt hat. Zudem kann ich gar nicht mehr ohne, denn mittwochs bis nachts aufbleiben um eine gute Rumsplatzierung zu ergattern ist schon legendär und auch die vielen tolle Kontakte will ich nicht mehr missen. Fühlt sich sehr wie Freundschaften an. Am liebsten hätte ich Euch alle hier als Nachbarn…..

Liebe Kerstin, ich will dich auch als Nachbar haben! Bei Sternbien auf nen Kaffee vorbeischaun, das wär grandios!!! Oder sich einen Rat beim nähen holen… Überhaupt, gibts beim nähen etwas, wovor du zurückschreckst? Oder was du nicht besonders gerne machst?

ooohhhhh jaaaa! Da gibt es einige Dinge, die ich gar nicht mag! Bei Fehlern wieder auftrennen, oder Schnittmuster kopieren, oder ausschneiden….. Iiiiigiittt. Blöd! Am liebsten gleich an die Maschine setzen und losrattern. Doch vielleicht ist es deshalb so schön, weil man vorher doofe Dinge tun muss….

Genau die gleiche Antwort hätte von mir auch kommen können 🙂 Zeig mir eine, die das mag! Gibt es dann was genähtes, auf das du richtig stolz bist?
Klar bin ich richtig stolz auf einige Stücke. Am Anfang war ich super happy über ein Shirt, dass so viele Fehler hatte, aber es hatte 2 Ärmel und ein Loch für den Kopf 😀 hahaha…. Muss ich selbst lachen, denn heute bin ich sehr stolz auf die Jacken, die ich Junior nähe, mit Applis und verschiedenen Stoffen und Kapuze und verdeckten Nähte…. Und überhaupt, dass ich inzwischen Kleidung nähen kann, der man es nicht sofort ansieht, dass es ein Amateur genäht hat. Dass es manchmal eine bessere Qualität wie die Industrieware aufweist. Auf jeden Fall ist in jedem Stück Seele und Liebe und das spürt man beim Tragen.
Seele und Liebe in jedem Stück… Das hast du jetzt schön gesagt! Und zum Abschluss des total netten Interviews, in dem wir mehr über dich erfahren durften, die Frage nach deinen Lieblingsschnitten? Und gibt es einen Schnitt, den es noch nicht gibt, du aber vermisst? Oder gerne hättest?
Ich finde diese Frage sehr gut und hoffe, dass sie viel gelesen wird. Mein Lieblingsschnitt zur Zeit ist FrauLuise von Schnittreif und diesen in einer Langarmversion gibt es endlich im Herbst. Dann wären noch ein paar sportliche Raglanversionen toll und mehr für Männer außer Hoody und Jacke. Und Hosen bräuchte ich auch… 😉
Herzlichen Dank liebe Kerstin für dieses nette Interview! Und jetzt bin ich schon sehr gespannt auf deinen Beitrag am Donnerstag!

Und solltet ihr nochmal nachlesen wollen, was es mit dem ganzen Gastbloggen eigentlich auf sich hat, dann dürft ihr das gerne hier tun!

Viele Grüße,

Marina



 So, heute gehts los! Ich bin offline und meine Vertretung ist online 🙂 Und das nenne ich mal einen fulminanten Auftakt! Zu Gast ist nämlich Danie vom Blog Prülla. Ich folge ihrem Blog schon sehr lange und bewundere sie immer für ihre Uni-Shirts die durch die Schnitte und die kleinen und feinen Extras immer so besonders sind! Und den ersten Kontakt hatte ich mit Danie beim Aktivstoffe-Überraschungspaket-Tausch, der von Danie organisiert wurde. Aber damit ihr Danie auch ein bisschen kennenlernt kommt hier ein kleines Interview:

 Liebe Danie, ich freue mich wirklich sehr, dass du mich diese Woche hier vertrittst! Aber wie bist denn du eigentlich zum nähen gekommen?

Als mein Junior geboren war, bin ich im Netz irgendwann auf Dawanda gestoßen. Bei den vielen Kulturtäschchen meinte ich irgendwann, das kann doch nicht so schwer sein. Das muss ich auch mal probieren. Ruck zuck war die erste Discountermaschine gekauft und ich fand schnell Gefallen an der Näharbeit. Meine Mutz gab mir immer wieder kleine Tipps, so dass ich schnell erste Projekte fertig gestellt habe. Wenn ich mir die heute allerdings angucke, muss ich lachen, da ist noch vieles sehr stümperhaft. Mittlerweile mutiere ich nämlich manchmal zum Näh-Nerd, weil alles perfekt aussehen soll (was es aber noch lange nicht tut!). Auf der Suche nach Anleitungen im www. stieß ich dann schnell auf die ersten Blogs. Toll, was es da für einen Ideenpool gibt. 

Das kann ich selber auch kenne ich! Und lass dann mal im Laden was hängen und weiß daheim schon nicht mehr, was das genau war 🙂 Und wolltest du deine Nähwerke dann zeigen oder wie kamst du zu dem Entschluss, ein Blog muss her?

Ha, ja, das mit dem Hängenlassen und Selbermachen verschiebt sich dann nur oft auf irgendwann bis nie…

Zum Bloggen bin ich gleich zu Beginn meiner Näh“karriere“ gekommen. Einfach, weil ich in anderen Blogs ganz viele Anregungen gefunden habe. Mittlerweile bin ich allerdings ganz froh, dass ich im April meine Blogfotos alle gecrasht habe, dann sieht man die stümperhaften Anfänge jetzt nicht mehr ;-). Aber zu dem Zeitpunkt war ich irre stolz, das allein fertig gebracht zu haben. Und auch jetzt freue ich mich, meine Werke zu zeigen, Rückmeldungen zu kriegen. Anleitungen und Tipps im Netz zu finden und die ein oder andere Idee an andere weiterzugeben. Ausserdem findet auf so einem Blog ja auch eine stete Weiterentwicklung statt, man investiert viel Zeit, bekommt aber irre viel Persönliches zurück. Das finde ich toll.

Jetzt hätte ich liebend gerne in deinem Blogarchiv gekramt 🙂 Geht aber leider nicht mehr… Aber hat sich denn dein Verhältnis zur Mode verändert, seit du nähst? Oder wie war dein Verhältnis zur Mode davor?

Na, einige Fotos hab‘ ich ja nachgelegt…. Andere sind leider für immer weg.
Auch wenn ich nie so riesig sportlich war, habe ich doch den legeren Kleidungsstil bevorzugt. Jeans, Turnschuhe oder Stiefel, gern mit Shirt, Hemdbluse oder Kapuzenpulli. Kapuzenpullis habe ich mittlerweile gerade auch durchs Selbermachen einige im Schrank 😉 Aber genau wie bei Taschen und Schuhen kann man davon ja nie genug haben! Zu Anfang meiner Näherei war ich völlig verschossen in die vielen bunten und buntgemusterten Kleidungsstoffe und habe wild drauf losgenäht. Mittlerweile habe ich dann aber doch für mich festgestellt, dass ich eher der „Uni-Typ mit Hang zum Detail“ bin und die quietschebunten Sachen eher liegen bleiben. Auch hier haben mir viele andere Blogs mit entsprechenden Themen (wie z.B. bei Tessa von Königkind oder Elke von Pulsinchen) geholfen. Die Ausnahmen in Sachen Farben bilden hier nur Sommerröcke und -tops, da darf’s gern bunter sein.

  
Gibt es dann eine selbstgenähte Klamotte, auf die du ganz besonders stolz bist? 

Also, am meisten Respekt hatte ich davor, mir selber ein Kleid zur Hochzeit zweier Freundinnen zu nähen. Bis zwei Tage vor der eigentlichen Feier war ich am Überlegen, ob ich doch noch in die Stadt müsse, um mir ein Kleid zu kaufen. Dann hab‘ ich das Kleid  aber im Blog gezeigt und die Rückmeldungen haben alle noch bestehenden Zweifel zerstreut. Die Hochzeit war übrigens fantastisch 😉
Ich freue mich aber über jedes fertige Stück…und über jeden geplatzten Kopfknoten, der sich beim Nähen immer mal wieder einschleicht. Ich probiere viel aus und wenn’s dann doch mal schief geht, habe ich ja auch wieder was gelernt. Und manchmal werden dann auch Probestücken zu echten Volltreffern…

Das Kleid war auch der Wahnsinn! Oder ist es natürlich 🙂 Wie gehst du eigentlich mit deinem Blog im Bekannten- und Verwandtenkreis um? Wissen alle davon? Und heißen das alle gut? 

Im Familien- und Freundes- bzw. Bekanntenkreis wissen mittlerweile viele, dass ich diesen Blog betreibe. Schlecht hat da noch nie jemand drüber geredet. Immer wieder kommt mal jemand und fragt nach einer Mütze, einer Tasche etc., die man als Geschenk mitnehmen möchte. Das freut mich natürlich sehr. Auch die Nachfrage nach Kapuzensweatern steigt 🙂

Wenn ich über andere schreibe bzw. Fotos von anderen Leuten einstellen möchte, dann frag‘ ich da natürlich nach. Das gehört sich heute, denke ich. Und nicht jeder möchte im Netz gefunden werden. Darum gibt es auch keine Fotos vom Prülla-Mann. Das ist zwar schade, aber ich akzeptiere das. Gibt’s eben ein Foto mehr von mir 😀 

Kenne ich von mir daheim auch 🙂 Gibt es dann etwas, wovor du beim nähen „Angst“ hast, also was du nur ungern machst? Beziehungsweise gibt es auch etwas, was du dir nicht zutraust zu nähen?

Hhmmm… Angst?? Neee! Ich versuche, das zu nähen, was mir gerade in den Sinn kommt, was ich „brauche“. Da ich aber ein sehr ungeduldiger Mensch bin, schrecken mich Schnittmuster mit zu vielen Teilen ab 😉 Das ich meine Malova fertig gekriegt habe, ist schon beachtlich für mich *grins*. Den Parka würde ich, gerade mit den Erfahrungen der ersten Jacke, gern noch einmal nähen, aber das Mehrtagesprojekt lässt mich zögern. Genauso wie z. B. das SchnabelinaBag – eine Tasche, die ich gern in groß als Weekender hätte, die aber einfach zu viele Teile hat *lach*. Wahrscheinlich ist meine Garderobe daher auch so minimalistisch aufgepeppt. Bei mir muss ein Nähprojekt an einem Abend fertig werden. Leider! 😉

Ach, jetzt fällt mir doch noch was ein zum Thema „Angst beim Nähen“: einen Reißverschluss in eine Hose einnähen, so wie bei einer Jeans. Das hab ich mich noch nicht getraut, obwohl ich hier so ein Schnittmuster liegen habe und auch im Netz schon diverse Einnähvideos geguckt habe…

Zum Schluss noch eine Frage, die vermutlich jeder regelmäßige Leser von dir beantworten kann: Was sind deine Lieblingsschnitte? Und welchen Schnitt würdest du dir noch wünschen?

Lieblingsschnitte sind FrauLuise von Schnittreif, Lady Comet von Mialuna, Amy von Jolijou, ShirtNr.1 von Leni PePunkt, Mamina von Ki-ba-doo. Auch Zoela von Farbenmix oder das Bethioua-Shirt von Pulsinchen sind schon mehrfach entstanden.

Hups, da ist ja schon einiges zusammengekommen, wobei die Aufzählung ja noch nicht mal abschließend ist.

Und was fehlt mir?: Ein figurnaher Hemdblusenschnitt und ein lässig-schicker (Büro-)Hosenschnitt.

Liebe Danie, herzlichen Dank für das tolle Interview! Ich freue mich jetzt schon sehr auf Donnerstag!

Und solltet ihr nochmal nachlesen wollen, was es mit dem ganzen Gastbloggen eigentlich auf sich hat, dann dürft ihr das gerne hier tun!

Viele Grüße,