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So, heute gehts endlich weiter mit Hose No. 3! Angefangen habe ich ja mit einer Hose, die sehr leicht zu nähen war und mich mal langsam mit dem Thema „Jeanshose“ vertraut machen sollte. Letzte Woche habe ich euch dann meine erste „klassische“ 5-Pocket-Jeans gezeigt. Und heute gehts weiter! Mit einer ganz besonderen Hose! Nicht nur der Schnitt, auch der Entstehungsprozess! Das ging nämlich so: Kaum mit der einen Jeanshose fertig gewesen, wollte ich weiter machen. Und nachdem ich dann auch mal ein wenig dazu gegoogelt habe, ist mir aufgefallen, dass mir auch schon mal dazu geraten wurde, doch mit dieser Hose meine Hosennähvorhaben anzufangen. Tja, dafür wars jetzt zu spät aber mir hat es einfach in den Fingern gejuckt, solch eine Boyfriend- Hose für mich zu nähen. Beim Kaufen hat mir das nämlich nie gefallen oder sowas gabs erst gar nicht.
Gekauft, geklebt, ausgeschnitten und dann festgestellt, dass ich nur noch einen Stretch-Jeans-Stoff im Schrank liegen habe. Aber dann hätte ich die Jeans eine Nummer kleiner machen müssen und ich war ja schon fertig mit ausschneiden und kleben! Auch dagegen hat gesprochen, dass ich mit diesem Stretch-Jeans-Stoff mich nochmal an die klassische Jeans machen wollte. Weil eine Boyfriend-Hose ist ja nichts für jeden Tag und genau solch eine Hose brauche ich bis heute 😉
Also was tun? Schließlich habe ich mich schon aufs Ergebnis gefreut! Gut das der Mann letztens seine Jeans ausgemistet hat und mir alle fehlerhaften vermacht hat. Diese lagen nämlich noch neben meinem Schreibtisch und lachten mich so an. Ja dann schauen wir doch mal, ob ich das Schnittmuster darauf platziert kriege? Durch die Unterteilung im Bein brauche ich ja auch nicht die komplette Länge! Und bis auf das hintere obere Schnitteil hat alles gepasst. Dieses habe ich dann einfach an den zusammengeklebten Kanten geteilt und so ausgeschnitten! Ich habe natürlich darauf geachtet, dass ich die einzelnen Schnitteile möglichst immer an der gleichen Stelle ausgeschnitten habe, da ja jede gekaufte Jeans unterschiedliche Färbungen hat und diese ja auch positionsabhängig sind. Nur der Bund wäre auf keine alte Jeans gegangen, deshalb habe ich diesen aus einem Reststück von meiner klassischen Jeans gemacht.
Hier seht ihr übrigens mein Material vor dem ausschneiden: Manchmal lohnt sich das Sammeln doch! Und so wurde aus den alten Hosen des Boyfriend (jetzt Mann ;)) eine Boyfriend-Hose…
Nachdem ich einen ganzen „Nähtag“ für den Zuschnitt gebraucht habe, da es ja dann doch ein wenig mehr Aufwand war, bis alles richtig lag, konnte es endlich losgehen! Klar, viele Dinge waren ähnlich zur ersten Jeans. Aber hier war ja auch eine bebilderte Anleitung dabei. Trotz allem war es auch kein Spaziergang. Manche Dinge wurden mir auch hier erst hinterher klar! Zum Beispiel das eine Nahtzugabe von 1cm empfohlen wird und nicht enthalten ist. Klar, es steht an anderer Stelle auch nochmal, aber leider auch nur einmal! Ich wünsche mir von den Schnitterstellern, dass das einfach auf den Schnittteilen mit erwähnt wird. Das macht das Ganze für alle einfacher! Zum Glück ist es mir für die oberen Schnitteile noch aufgefallen und so sind nur die Waden ohne Nahtzugabe. Und meine Hose musste ich nach dem ersten anprobieren auch noch abändern. Im Schritt hat sie leider ziemliche Falten geworfen. Da war einfach zuviel Weite da. Ich habe dann die Naht am Hosenschlitz nochmal enger genäht, dass waren bestimmt drei Zentimeter. Auch die Quernaht dazu, also die Naht von vorderem und hinteren Bein habe ich noch enger gemacht. Ich habe die ganzen Änderungen erst mit einem Geradstich mit langer Stichlänge getestet. Dieser lässt sich auch schnell wieder entfernen, wenns dann zuviel war. Und nachdem es gepasst hat, habe ich dass dann richtig fest genäht.

Bei den Knöpfen habe ich auch nichts gekauft. Diese hatte ich zum einen von meiner Oma (die silbernen Druckknöpfe) und die zwei oberen Knöpfe waren als Ersatzknopf bei gekauften Hosen dabei. Sowas hebe ich ja immer auf 😀 Und jetzt ist tatsächlich auch mal Verwendung dafür!

Blöd nur, dass ich Sonntag mittag soweit fertig war, dass nur noch die Knöpfe gefehlt haben! Ich konnte die Hose ja schlecht ohne anprobieren, aber wie klopfe ich die jetzt rein? Wir haben schließlich noch Nachbarn! Erstmal habe ich einfach versucht, obs nicht so geht. Aber nach dem ersten Schlag hat der Mann schon gesagt, dass das eindeutig zu laut sei. Ja gut… Also dann ab in den Keller, hilft ja nix 😀 Liegen lassen war schließlich keine Option… Aber da ging alles gut, keiner hat sich beschweren müssen.

Auch die Po-Taschen habe ich recycelt, ihr erkennt sie oben auf dem Bild mit den alten Jeanshosen. Warum sich verausgaben und Neue nähen, wenn da noch genügend da ist?

Vom Komfort ist sie übrigens um einiges besser als meine klassische Jeans. Aber gerade am Oberschenkel, wo mir die andere einen Ticken zu eng ist, hat diese ja schließlich auch ihre Mehrweite.
Ich war also wieder sehr stolz über meine neue Hose, wie schon bei der letzten, aber kann ich die jetzt tatsächlich anziehen?
Erstmal musste ich natürlich nach der passenden Kombi suchen. Über die Hose kann ich leider nichts anziehen, das schaut blöd aus. Ich habe mich in diesem Fall für schwarzes Top und Blazer entschieden und war aber immer noch unschlüssig, ob das so für die Arbeit geht. Erst als der Mann dann festgestellt hat, dass ich mich nicht so anstellen soll, das es gut aussieht, habe ich mich getraut. Schon blöd 😀 Mir geht es oft mit selbergenähten Dingen so, die von meinem bisherigen Kleiderschrank abweichen. Hier brauche ich tatsächlich auch eine zweite Meinung, um es dann wirklich zu tragen. In den meisten Fällen habe ich es euch dann oft erst vorgestellt 😀 Hier bekomme ich schließlich noch mehr als nur eine zweite Meinung…

Die Schuhe waren zu diesem Zeitpunkt übrigens noch nigelnagelneu und so passend! Denn in der Länge habe ich mich auf Grund der fehlenden Nahtzugabe tatsächlich vertan und mit normalen Schuhen geht die Hose nicht. Aber so in die Schuhe geshoppt sieht man ja die tatsächliche Länge kaum mehr!

Mir würde hier tatsächlich auch ein Blazer gefallen, der etwas länger ist. Aber leider gibt es diesen in meinem Kleiderschrank noch nicht und bisher hätte ich ihn auch noch nicht benötigt. Aber wer weiß? Ne, erstmal gibt es eine klassische Jeans, die auch super passt! Danke übrigens auch für euere Tipps in den Kommentaren letzte Woche! Diese werde ich gerne nochmal zusammenfassen für alle anderen Leser!

So, und was sagt ihr jetzt zur Jeans? Ich hatte sie zwar inzwischen schon öfter an und habe eigentlich nur positive Resonanz erhalten. Aber natürlich interessiert mich auch eure Meinung!

Viele Grüße,
Marina
… ist ja ein Mysterium für sich. Als ich letzte Woche in die Hosenproduktion gestartet bin und erwähnt hatte, dass am Ende eine Jeans-Hose entstehen soll, so kamen einige Kommentare von durchaus furchtlosen Näherinnen, das man darum noch einen Bogen macht. Aber was soll ich sagen, so ging es mir ja bisher auch! Aber was blieb mir denn anderes übrig, wenn ich keine Hosen mehr einkaufe? Irgendwann würden mir die noch vorhandenen um die Ohren fliegen! Und in der Arbeit sollte man ja schon ordentlich erscheinen… 





Ganz ehrlich trage ich ja den Gedanken schon länger mit mir rum. Einfach mal versuchen! Darum liegt auch schon seit längerer Zeit ein relativ dunkler Jeansstoff im Lager. Ohne Stretch. Und bei StyleArc habe ich ein Schnittmuster für eine Jeans entdeckt, die alles beinhaltet, was eine Jeans braucht und auch meinem liebsten Typ entspricht. Dem konnte ich nicht widerstehen. Und als dann meine langärmlige Garderobe vollständig aufgefüllt war, gab es keine Ausreden mehr! 

Selbst als ich dann alle Schnitteile ausgeschnitten hatte, war es mir immer noch ein Rätsel… Wie soll daraus am Ende eine Jeans werden? Mit einer englischen, sehr knappen Anleitung ging ich also von Schritt zu Schritt. Und habe mir einen Tisch zum drehen gewünscht, denn ständig habe ich zwischen Nähmaschine und Overlock gewechselt. Auch den Faden bei der Nähmaschine musste ich ständig zwischen Zier- und Nähfaden umfädeln. Irgendwann fehlte mir dann auch noch mein normales Nähfüsschen! Also habe ich meinen Nähplatz einmal komplett umgekrempelt, vom Nähfüsschen fehlte aber weiter jede Spur! Todesmutig stürzte ich mich in meine Abfalltüte, kurz zuvor hatte ich nämlich auch meine Doppelnadel geschrottet und die fristete ihr sicheres Ende in eben dieser Tüte! Zum Glück konnte ich das Nähfüsschen ohne Verletzungen retten. Wie es dahin kam? Ein Rätsel, also sehr passend zum Jeans-Thema. An dieser Stelle möchte ich übrigens anmerken, für alle, denen es wie mir geht: Bei der Nähmaschine bei mir war eine Universal-Doppelnadel dabei. Es gibt aber auch spezielle Jeans-Zwillingsnadeln, Jersey,… Und dann auch noch mit unterschiedlichen Nadelabständen! Ihr ahnt sicher, dass ich inzwischen ein Zwillingsnadeln-Lager habe 😀 

 
Nochmal zurück zur Anleitung: Zum Glück gibt es einige Grafiken, die das Reißverschluss einnähen, das Befestigen der Gürtelschlaufen, … näher erläutern. Trotz allem war meine größte Hilfe ein Anschauungsobjekt. Also einfach eine meiner Jeanshosen, die ich immer wieder inspizierte. So konnte ich manche Fragezeichen lösen! Das ist auch mein Tipp für euch: Schaut euch eure Jeanshose mal genauer an! Was ist da so kompliziert, das ihr das nicht hinbekommen könntet? Selbst der Reißverschluss, der mir als die kniffligste Stelle erschien, war mit wenigen Schritten erledigt. Und eigentlich echt easy!
Nur eins solltet ihr nicht machen: Bei eurer ersten Jeanshose Punkte vorziehen. Ich stand nämlich vor dem Dilemma, die passende Reißverschluss-Länge nicht da zu haben. Tausende von Reißverschlüssen,… Ach egal. Aber ich hatte Zeit zu nähen. Also ran an den Bund, war mein Gedanke! Dass ich am Ende nochmal einen Bund zugeschnitten habe, weil das auftrennen deutlich komplizierter gewesen wäre… Ach lassen wir das 😀
 
So, und irgendwann war die Hose dann fertig.  Und die Anprobe… Ja, sie passt! Für eine erste Hose sogar sehr gut! Es gibt klar noch ein paar Dinge, die ich anpassen muss. Aber das sind Momente, da ist man einfach nur stolz! Und wächst so ein bisschen dabei 😉 Meist ist es ja zu solchen Zeitpunkten schon spät am Abend, so auch hier. Ich also mit meiner neuen Jeans ins Wohnzimmer zum Mann und ganz stolz vor ihm auf- und abgelaufen 😀 Dieses Mal konnte er mit meiner Begeisterung sogar etwas anfangen (Hallo, ich hatte eine Jeans genäht!). Nun muss so eine Jeans ja auch getragen werden, ansonsten kann man ja gar nicht sagen, was man noch anpassen muss. So ein Jeansstoff braucht ja auch ein wenig, bis er optimal passt. Aber ich habe mich nur aus dem Haus mit einer Ersatzhose getraut! Sie wurde nun schon zweimal getragen und sie fiel nur als selbergemacht auf (so waren jedenfalls die Aussagen ;)), weil sie so verziert war! Und sie ist immer noch ganz!
 
Inzwischen weiß ich auch, dass der Jeansstoff sich nur bedingt dehnt und die Hose an den Oberschenkeln mehr Weite bräuchte. Persönliche Anpassungen und so. Aber nun ist das ja kein Problem mehr, denn ich weiß, ich kann das! Also das Jeans nähen! Natürlich dauert das länger wie ein Shirt. Und für meine erste Jeans ging fast das ganze Wochenende drauf. Aber hier fiel es mir tatsächlich auch relativ leicht, das Ganze mal eine Nacht liegen zu lassen und erst am nächsten Tag weiterzumachen. Dafür musste einmal weniger der Nahttrenner bemüht werden. Den solltet ihr nämlich tatsächlich besitzen… Man kann das Ganze natürlich noch aufwendiger machen. Da könnte man dann allein für die Po-Taschen einen Abend einplanen. Bis man nämlich erstmal die richtige Verzierung gefunden hat! Stickmaschinen-Besitzerinnen sind hier übrigens klar im Vorteil, kann ich mir vorstellen 😉 Schließlich sollte es am Ende identisch sein, also das Muster auf beiden Taschen.
 
Für alle, die sich jetzt denken, das ist mir immer noch zu kompliziert und zuviel: Glaubt mir, es macht richtig, richtig viel Spaß! Und ihr kriegt das auch hin! Auch wenn ich ehrlich bin: Ein E-Book, also mit genauer Bildbeschreibung, wäre zum Anfang schon toller. Aber für eine richtige Jeans habe ich das bisher nicht gefunden, brauche ich jetzt aber auch nicht mehr 😀 Hatte ja meine alte Jeans als Anschauungsmaterial. 
Ich habe übrigens schon eine Zweite fertig! Nach einem anderen Schnittmuster, das es sogar als Ebook gibt…Und die ist was ganz Besonderes… Endlich machte das Sammeln mal Sinn… Mehr dazu dann nächste Woche! (Ja, das ist dann die mit den Knöpfen… Die von Instagram, ja ;))
Liebe Grüße,
Marina
Link: RUMS

…denn Kleider, Röcke und Oberteile habe ich jetzt erstmal… Und einkaufen mag ich nichts mehr. ich gehe in einen Laden, schaue mir die Sachen an, kann mich aber für nichts entscheiden. Aber so langsam gehen mir deshalb die Hosen aus… Also muss ich diese wohl anfangen selber zu nähen! Und dieses Vorhaben trage ich schon lange mit mir rum… Eigentlich trage ich ja am liebsten Jeans, aber als erste Hose gleich so ein Kunststück? Nene, ich habe mir was einfaches gesucht!

Als ich den Schnitt für die Dotty Blouse gekauft habe, ist mir auch die Ellepant aufgefallen. Wenn ich schon mal dabei bin 😉 Übrigens wanderte da noch ein weiterer Schnitt in meinen Einkaufskorb, der auch schon genäht ist… Aber wieder zurück zum Thema: Die Ellepant erschien mir super als Erstlingshosenprojekt. Ein einfacher Bund, kein Reißverschluss, keine Taschen,…

Da mir die Hose zu meiner Dotty Blouse doch nicht so gut gefallen hat, habe ich mal noch ein anderes Shirt dazu kombiniert.  Meinen RaglanPulli, der ist nämlich schön lang 😉

Bei der Stoffwahl habe ich mich für etwas sehr außergewöhnliches entschieden: Ein elastischer Hosenstoff, der fast wie Kunstleder anmutet und einen Schlangenprint hat. Sowas hätte ich mir im Laden sicher auch nicht gekauft 😉 Aber für ein Probestück gut geeignet!

Mein Fazit: Ob ich diese Hose oft tragen werde, kommt noch auf. Aber der Sitz ist gut und vielleicht mit einem anderen Stoff? Ihr werdet es sicher zu sehen bekommen!

Viele Grüße,

Marina

Link: RUMS, Meertje
Stoff: Buttinette
P.S.: Leider wollte der Nebel nicht weggehen… Deshalb heute leider ein wenig arg rauschig…